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Intel gibt Umsatz- und heimliche Gewinnwarnung

07.06.2002

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Intel hat seine Umsatzprognose für das zweite Geschäftsquartal 2002 (Ende: 29. Juni) reduziert: Aufgrund der unerwartet schlechten Nachfrage in Europa und den weltweit gesunkenen Verkaufszahlen bei Chips für Desktop-PCs rechnet der weltgrößte Chiphersteller nur noch mit Einnahmen zwischen 6,2 und 6,5 Milliarden Dollar. Mitte April hatte der Konzern aus Santa Clara, Kalifornien, noch einen Umsatz von 6,4 bis sieben Milliarden Dollar in Aussicht gestellt. Eine Besserung der Gesamtsituation erwartet Finanzvorstand Andy Bryant ab der zweiten Jahreshälfte.

Wie das Unternehmen weiter mitteilte, soll die Bruttogewinnspanne im laufenden Quartal statt der bisher prognostizierten 53 Prozent jetzt lediglich rund 49 Prozent betragen. Außerdem wird Intel akquisitionsbedingte Kosten und andere Belastungen in Höhe von 230 Millionen Dollar ausweisen. Der Chipriese war zuvor noch von einmaligen Aufwendungen von 115 Millionen Dollar ausgegangen. Trotz Umsatzrückgang und höheren Kosten will Intel in diesem Jahr keine Abstriche bei seinen Kapitalinvestitionen (5,5 Milliarden Dollar) sowie den Ausgaben für Forschung und Entwicklung (4,1 Milliarden Dollar) zu machen.

Nach der Bekanntgabe der schlechten Erwartungen fiel die Intel-Aktie im nachbörslichen Handel um mehr als zehn Prozent. Zuvor hatte das Nasdaq-Papier im Tagesverlauf nach der Herabstufung durch Analysten bereits über vier Prozent an Wert verloren. (mb)