Web

 

Initiative "Deutschland sicher im Netz" gestartet

31.01.2005
Hochrangige Vertreter aus Politik und Industrie haben heute in München eine Initiative gestartet, die eine Verbesserung der IT-Sicherheit zum Ziel hat.

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Hochrangige Vertreter aus Politik und Industrie haben heute in München eine Initiative gestartet, die eine Verbesserung der IT-Sicherheit zum Ziel hat. Im Rahmen des "1. Gipfels zur Sicherheit in der Informationsgesellschaft" betonten der bayrische Ministerpräsident Edmond Stoiber, Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement, Microsofts Chairman und Chief Software Architect Bill Gates und der Vorstandssprecher der SAP Henning Kagermann die Bedeutung der IT und deren Sicherheit für den wirtschaftlichen Erfolg: Jürgen Gallmann, Vorsitzender der Geschäftsführung von Microsoft Deutschland, hofft, dass ein höheres Maß an Sicherheit im Bereich IT auch mehr Wachstum und Beschäftigung mit sich bringt.

Da der Kampf gegen virtuellen Müll und Angriffe jeglicher Art aus Sicht von Edmond Stoiber derzeit jedoch einem Hase-Igel-Spiel gleicht, bei dem die Bösewichter immer einen Schritt voraus sind, "müssen wir der Sicherheit elektronischer Systeme höchste Priorität einräumen". Ohne IT-Sicherheit könnten sich weder E-Government noch E-Business dauerhaft etablieren. Dem Staat käme es hierbei zu, ein "Grundmaß" an Sicherheit zu bieten. Der bayrische Ministerpräsident hält es zudem für möglich, an der Technischen Universität München einen Lehrstuhl zu etablieren, der dem Themenkomplex IT- und Datenschutz gewidmet wäre. Die finanziellen Mittel hierfür sollten nach Ansicht von Stoiber von der Industrie bereitgestellt werden.

Clement beklagte, dass es "um die Sicherheit im Internet noch schlechter bestellt ist als um die Sicherheit im Straßenverkehr." Er bemängelte, die deutschen Unternehmen und insbesondere der Mittelstand sparten zu sehr, wenn es um Investitionen in IT-Schutzeinrichtungen gehe. Als Schirmherr der Initiative wolle sein Ministerium zu mehr Sicherheit beitragen, indem es zwischen Herstellern, Anwendern und Forschung vermittle, als Moderator diene und bestehende Initiativen zusammenbringe.

Gates wiederum forderte "mehr Innovationen, um die Probleme rund um IT-Security" zu lösen. Ziel sei es unter anderem, Sicherheitsfunktionen stärker als bisher zu automatisieren. Er räumte ein, dass kein Unternehmen dies alleine bewerkstelligen könne. Daher sei Microsoft auf die tatkräftige Mithilfe anderer Anbieter angewiesen. Neben dem Softwareriesen engagieren sich der Deutsche Sparkassenverlag, der Deutsche Städte- und Gemeindebund, das Deutsche Kinderhilfswerk, Mcert Deutsche Gesellschaft für IT-Sicherheit, die Freiwillige Selbstkontrolle Multimedia-Diensteanbieter (fsm), der Teletrust-Verband sowie die Firmen Computer Associates (CA), Ebay, MSN, SAP und T-Online beim ersten Gipfel zur Sicherheit in der Informationsgesellschaft.

Alle Beteiligten gaben gemeinsam sieben konkrete Handlungsversprechen ab, mit denen sie die Ernsthaftigkeit ihres Engagements unterstreichen, aber auch überprüfbar machen wollen. So versprachen Microsoft und CA, eine kostenlose Software zu entwickeln, mit deren Hilfe Anwender den Sicherheitsstatus ihrer Rechner kontrollieren können. Außerdem kündigte Microsoft an, speziell für Entwickler im Rahmen so genannter "Dev-Days" zusätzliche Schulungen anzubieten, um ihnen die Grundsätze für das Schreiben von sicherem Code näher zu bringen. Mcert, Microsoft und SAP stellten ein "Mittelstandspaket Informationssicherheit" in Aussicht, der deutsche Sparkassenverlag will gemeinsam mit Teletrust ein "Online-Anwendungszentrum und -Testpaket für kleine und mittelständische Unternehmen und Behörden" bereitstellen. Das deutsche Kinderhilfswerk, das Microsoft Network (MSN) und Fsm wollen sich für mehr "Medienkompetenz für Kinder und Jugendliche" stark machen. Ebays Beitrag lautet "Sicherer Online-Handel", und T-Online erarbeitet gemeinsam mit Microsoft ein "Sicherheitsbarometer". Den genauen Wortlaut sämtlicher Handlungsversprechen finden Sie hier.

Auf einem speziellen Bilanzgipfel, der für Mai 2006 geplant ist, sollen die Ergebnisse der Maßnahmen auf den Prüfstand gestellt werden. (ave)