Google Tabellen

Inhalte von Webseiten importieren und aufbereiten

13.11.2019
Von 
Thomas Rieske arbeitet seit Oktober 2002 als freiberuflicher IT-Fachjournalist und Autor. Zu den Themenschwerpunkten des Diplom-Übersetzers zählen unter anderem Computersicherheit, Office-Anwendungen und Telekommunikation.
Wer frei verfügbare Tabellen, zum Beispiel von Wikipedia, übernehmen und anpassen möchte, findet mit Google Tabellen ein mächtiges Werkzeug. Doch nicht alle erforderlichen Befehle erschließen sich über die Menüs der Tabellenkalkulation, so dass man gezwungen ist, sich mit Funktionen und Parametern auseinanderzusetzen.

Import-Befehl eintragen

Zunächst benötigen Sie die URL der betreffenden Webseite, die Sie in die Zwischenablage kopieren. Als Beispiel dient im Folgenden https://de.wikipedia.org/wiki/Bevölkerungsentwicklung. Von dort soll die Tabelle übernommen werden, die die Einwohnerentwicklung heutiger Megastädte zeigt. Auf dieser Seite sind die Tabellen durchnummeriert, was später wichtig wird und viel Zeit spart.

Nun wechseln Sie zu Google Tabellen, öffnen Ihr Spreadsheet und tragen in eine freie Zelle diesen Befehl ein:

=importhtml("https://de.wikipedia.org/wiki/Bevölkerungsentwicklung"; "table"; 4)

Drei Argumente sind nötig

Bereits wenn Sie die erste Klammer eintippen, blendet Google eine Hilfe zur Syntax ein. Die Importfunktion benötigt demnach drei Argumente (URL, Abfrage und Index), die jeweils durch ein Semikolon und Leerzeichen voneinander getrennt sind. URL enthält die Internetadresse der Webseite einschließlich des Protokolls. Abfrage kann entweder list (Liste) oder table (Tabelle) sein, abhängig davon, welche HTML-Elementtypen auf der Seite definiert sind. Hier hilft es gegebenenfalls, ein wenig zu experimentieren. Der letzte Parameter legt den Index fest. Er beginnt bei 1 und definiert, welche Tabelle oder Liste auf der Webseite eingelesen werden soll. Leichtes Spiel haben Sie, wenn, wie im oben genannten Beispiel, die Tabellen und Listen durchnummeriert sind. Andernfalls hilft nur Abzählen und/oder Durchprobieren.

Die Rohdaten darstellen

Sofern alle Angaben stimmen, liest die Tabellenkalkulation die Daten nach einem Druck auf die Enter-Taste ein. Das Zahlenmaterial liegt jetzt in Rohform vor. Um es aufzubereiten, bieten sich in der Regel Diagramme an, von denen Google Tabellen eine umfangreiche Palette bereithält.

So stellt der Diagrammeditor nicht nur die bekannten Säulen-, Linien- oder Torten-Charts zur Verfügung, sondern auch Länderkarten. Vorausgesetzt, Ihre Tabelle enthält Städte- und/oder Ländernamen, lassen sich Geodaten auf diese Weise als aussagekräftige Statistik visualisieren. Dazu markieren Sie die relevanten Zellen in der Tabelle, klicken auf Diagramm einfügen in der Symbolleiste und danach im Editor auf Diagrammtyp, sodass die Pulldown-Liste aufklappt. Nun können Sie im unteren Bereich eines der beiden Geo-Diagramme selektieren.

Verfeinern lässt sich das Ganze noch, indem Sie unter dem Tab Anpassen die Anzeige auf eine bestimmte Region beschränken, um Tendenzen besser erkennbar zu machen. Wenn Sie im Diagramm mit der Maus über die farblich hervorgehobenen Flächen fahren, erscheinen Tooltips mit einer kurzen Beschreibung zum betreffenden Land. (jd)