Jetzt als Bausatz erhältlich

Ingenieurin baut sich eigenes Wählscheibentelefon

06.03.2020
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Seine erste Berührung mit Informatik erfolgte an einem C64 samt Floppy VC 1541. Von Anfang an nutzte er diesen faszinierenden Heimcomputer nicht nur zum Daddeln, sondern auch für die Basic-Programmierung. Unter anderem half er seinen damals etwas müden Kopfrechnen-Fähigkeiten auf die Sprünge, indem er ein Programm schrieb, das immer zwei zufällig ausgewählte Zahlen zur Multiplikation stellte. Im Hintergrund lief ein Timer. Nur wenn er das Ergebnis innerhalb des vorgegebenen Zeitraums, der leider manchmal zu knapp bemessen war, richtig eintippte, bekam er einen Punkt gutgeschrieben. Seine Highscore-Ergebnisse waren durchwachsen, seine Programmierkenntnisse dafür umso besser. Der Lehrstuhl, an dem er als studentische Hilfskraft angestellt war, gehörte seinerzeit zu den Vorreitern in Sachen IT. Man übersetzte damals die griechischen Inschriften der antiken Stadt Hierapolis – heute ist dieses türkische Pamukkale bekannt durch seine Kalksinter-Terrassen. Die wissenschaftlich korrekt erfassten und kommentierten Inschriften bearbeiteten Dirscherl und Kollegen zunächst in Wordperfect. Anschließend landeten die Texte in einer Datenbank, die auf CD gepresst und für sündhaft viel Geld weltweit verkauft wurde. Über dieses epigraphische Datenbankprojekt, diverse C-Programmierereien auf Unix-Systemen und seine ersten Experimente mit Linux landete er schließlich professionell bei der IT. Seit den späten 1990-ern nutzt er Linux als Produktivsystem, seit Anfang der 2000-er Jahre ist Linux sein hauptsächliches OS. Nach vielen Jahren mit Suse Linux und Open Suse und zwischendurch Ausflügen zu Red Hat und Debian landete er bei Ubuntu und erledigt damit alle Arbeiten. Linux und C ist er bis heute treu geblieben – nach einem Ausflug zu PHP und MySQL. Mittlerweile bastelt er auch mit Arduino. Bei pcwelt.de betreut er vor allem Business-IT-Themen und hat den Auto & Technik-Bereich von Null beginnend aufgebaut. Seine Tests der Infotainmentsysteme in modernen Fahrzeugen gehören zu den ausführlichsten Tests, die man dazu überhaupt finden kann. Daneben schreibt er zudem fast täglich aktuelle Meldungen aus der IT-Welt.
Eine Ingenieurin hat sich ihr eigenes Wählscheibentelefon gebaut. Es funktioniert. Sie können es nachbauen.

Die 34 Jahre alte Ingenieurin Justine Haupt hat sich ihr eigenes Telefon gebaut. Drei Jahre lang tüftelte Haupt laut eigenen Angaben an ihrem Telefon, dann war es fertig. Herausgekommen ist aber nicht etwa ein Hochleistungs-Smartphone, eventuell mit Klapp-Touchscreen. Nein, die US-Amerikanerin baute sich ein ganz einfaches Wählscheibentelefon. Retro pur.

Ingenieurin baut sich eigenes Wählscheibentelefon und telefoniert damit
Ingenieurin baut sich eigenes Wählscheibentelefon und telefoniert damit
Foto: justine-haupt.com/rotarycellphone/

Der Grund für das Projekt ist denkbar simpel: Haupt mag keine Smartphones. Sie hat eigenen Angaben zufolge noch nie ein Smartphone besessen und auch noch nie eine Textnachricht verfasst. Obwohl sie berufsbedingt Technik liebt.

Die Ingenieurin baute ihr Wählscheibentelefon von Grund auf selbst. Die Mobilfunkausstattung mit 3G-Chip und Arduino-Prozessor stammt von dem bekannten Hardwarelieferanten Adafruit. Die Wählscheibe funktioniert und ist keineswegs nur Dekoration. Die Verbindung zum Telefonnetz erfolgt über eine gut sichtbare Antenne. Die Telefonate gehen über eine AT&T-Prepaid-SIM-Karte. Ein E-Paper-Display zeigt die Nummern eingehender oder verpasster Anrufe an. Die Batterielaufzeit mit einer Aufladung soll für rund 24 bis 30 Stunden reichen.

Das Gehäuse druckte die Bastlerin mit einem 3D-Drucker aus. Das Telefon besitzt aber auch Schnellwahltasten, eine für den Ehemann und eine für die Telefonnummer der Mutter. Falls Haupt aber eine fremde Nummer wählen muss, benutzt sie dafür tatsächlich die Wählscheibe.

Falls Sie auch so ein Telefon besitzen wollen: Justine Haupt verkauft einen Bausatz, mit dem Sie das Wählscheibentelefon selbst nachbauen können. Dem Bausatz fehlen allerdings wichtige Teile, so unter anderem die Wählscheibe. Diese müssen Sie sich selbst von einem alten ausgemusterten, kompatiblen Wählscheibentelefon besorgen. Lesen Sie deshalb vor dem Kauf des Kits unbedingt die Hinweise. (PC-Welt)