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Infosys und Philips unterzeichnen BPO-Deal über 250 Millionen Dollar

26.07.2007
Der indische IT-Dienstleister Infosys übernimmt den F&A-Bereich von Philips mit rund 1500 Mitarbeiter in Indien, Polen und Thailand.

Der Outsourcing-Deal zwischen Infosys und Philips, der vor einer Woche in den Medien kursierte, ist perfekt: Infosys wird für den niederländischen Unterhaltungselektronikriesen umfassende F&A-Services (Finance&Accounting) erbringen und sich um die gesamte Bestellabwicklung kümmern. Der Deal hat einen Vertragswert von rund 250 Millionen Dollar und soll sieben Jahre laufen. Im Rahmen der Vereinbarung übernimmt Infosys drei auf F&A-Funktionen spezialisierte Shared-Service-Center von Philips in Polen, Indien und Thailand. Damit verstärkt der indische IT-Serviceanbieter seine BPO-Unit (Business Process Outsourcing) um insgesamt rund 1400 hoch qualifizierte Mitarbeiter.

Der Vertrag ist noch ausbaufähig: Laut Amitabh Chaudry, Chef der BPO-Sparte von Infosys, könnte sein Unternehmen weitere Bereiche hinzugewinnen – etwa 1500 Philips-Mitarbeiter, die im Finanzwesen für Compliance, Auditing und Verwaltung zuständig sind. "Wir hoffen, wir können Philips dazu überreden, noch mehr Arbeit auszulagern", so Chaudry.

Der Deal ist zum einen bemerkenswert, weil indische Serviceanbieter bislang nur wenige Verträge unterzeichnet haben, die mit umfangreichen Mitarbeiterübernahmen verbunden sind. Angesichts der wesentlich höheren Löhne in Westeuropa würde sich das negativ auf die Profit-Margen auswirken. Zum anderen zählt der Philips-Deal zu den höchst dotierten BPO-Verträgen, die indische Unternehmen gewinnen konnten. Für Infosys ist es der bislang größte Deal im Wachstumsmarkt FAO (F&A-Outsourcing). Der IT-Dienstleister rückt damit in die Riege der weltweit bedeutendsten F&A-Anbieter (neben Accenture, IBM, Capgemini und Genpact) auf. Und er kommt seinem Ziel, die Aktivitäten in Europa auszubauen, ein gutes Stück näher.

Derzeit erbringen rund 3500 Mitarbeiter für 15 Kunden F&A-Services. Insgesamt beschäftigt Infosys fast 11.000 Mitarbeiter in der BPO-Sparte. Im vergangenen Geschäftsjahr (Ende: 31. März 2007) steuerte dieser Bereich 146 Millionen Dollar zum Gesamtumsatz (3,1 Milliarden Dollar) bei. Das sind fast 70 Prozent mehr als im Vorjahr. (sp)