Informationsanalyse statt Organisations-Strukturuntersuchung, Folge 16

20.02.1981

Nun bieten weder die einfach hierarchischen noch die vollständig variablen Formen von Informationsleitwegen eine zweckvolle Information. Denn es kommt weder darauf an, daß alle alles erfahren, noch daß die Kompetenzen fachlich wie hierarchisch starr wie in den Ressorts der Behörden abgeriegelt werden. Ausschüsse und Fachgremien, die eigentlich eine interaktive Kommunikation zur Vorbereitung von Entscheidungen herbeiführen sollen, erzeugen oft einen zusätzlichen Informationsbedarf und verstärken nicht selten die Unbeweglichkeit für die Entscheidungsträger. Diese werden dann ggf. zu "Bedenkenträgern".

Die Vorstellung einer Pyramide für die Verteilung von Entschei-dungsbefugnissen ist zwar anschaulich und für Planungen im ,,top down design" sogar gängig geworden, aber nichtsdestoweniger ist sie ungeeignet (vgl. zu den "Widersprüchlichkeiten" in Folge 1). Zur Vorbereitung und Kontrolle der Entscheidungen gehören Informationen. Selbst da, wo die eigentlichen, realen Entscheidungen nicht mehr anschaulich sein können, wo also nicht direkt von einer Stelle aus das Gesamtgeschehen gesteuert werden kann, werden Informationen und des Zusammenhang-Wissen gebraucht, um das reale Geschehen möglichst wahrheitsgemäß und aktuell abzubilden. Damit veranschaulicht der gezielte Einsatz von Informationen für bestimmte Sach- und Personal-Zusammenhänge zugleich den Prozeßablauf zur Entscheidungsfindung.`

Die "Entscheidungspyramide" verleitet zu dem Irrglauben, daß sich die Entscheidungsmengen oben "zuspitzen", da Umfang und Arten unten an der Basis reichhaltiger empfunden werden. Eine Zuspitzung findet jedoch in zeitlicher Hinsicht, das heißt in der Folge von Ausführungen der Entscheidungen statt, durch das Vorrecht der oberen Entscheidungs-ebenen, den Prioritätenschalter zu bedienen. Angenommen Wichtigkeit von Maßnahmen führt zu Rangfolgen ihrer Verarbeitung oder ihrer Starts.

Wird fortgesetzt