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Infineon verhandelt mit Ericsson

10.06.2002

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Der finanziell unter Druck stehende TK-Konzern Ericsson hat offenbar vor, sich von seinem Mikroelektronikbereich für den Mobilfunk zu trennen. Ein ernsthafter Interessent für die Sparte ist angeblich der Münchner Chipanbieter Infineon. Beide Unternehmen bestätigten, dass gegenwärtig Gespräche geführt werden. Das Geschäft mit der Mikroelektronik sei keine Kernkompetenz des schwedischen Konzerns, sagte Ericsson-Sprecherin Ase Lindskog. Dies müsse aber nicht zwangsläufig zu einem Verkauf der etwa 1400 Mitarbeiter zählenden Sparte führen; auch eine Partnerschaft sei denkbar. Konkrete Details wollten die Firmen nicht preisgeben.

Derweil hat Infineon-Chef Ulrich Schumacher bei einem Vortrag an der Universität Klagenfurt eine Lanze für antizyklisches Investitionsverhalten gebrochen. Voraussetzung für den nachhaltigen Erfolg einer Firma sei es, auch und gerade in Phasen des Abschwungs Geld in die Weiterentwicklung zu stecken. Zudem sei die Flexibilität ein entscheidender Faktor in der Branche. Trotz des zyklischen Verlaufs des Chipgeschäfts ist es laut Schumacher nicht immer möglich, genaue Prognosen abzugeben. Entscheidungen müssten daher schnell getroffen werden, ohne sie nach allen Seiten absichern zu können. (ajf)