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Infineon überrascht mit hohem Minus

26.04.2005

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Der Halbleiterhersteller Infineon ist im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2004/05 stärker ins Minus gerutscht als von Analysten erwartet. Gleichzeitig sank der Umsatz etwas stärker als prognostiziert. Zwischen Januar und März habe der Nettoverlust 114 Millionen Euro nach einem Reingewinn von 142 Millionen Euro im Vorquartal betragen, teilte das Unternehmen am Dienstag in München mit. Von dpa-AFX befragte Experten hatten im Durchschnitt mit einem Fehlbetrag in Höhe von 24 Millionen Euro gerechnet. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) war mit einem Minus von 117 Millionen Euro ebenfalls deutlich negativ. Analysten hatten im Schnitt ein negatives Ebit von "nur" 40 Millionen Euro erwartet.

Der Umsatz sank im Quartalsvergleich um zwölf Prozent auf 1,606 (Prognose: 1,62) Milliarden Euro. Ohne die im ersten Quartalverbuchten einmaligen Lizenzeinnahmen in Höhe von 118 Millionen Euro habe der Umsatzrückgang fünf Prozent betragen. In der Chipbranche ist der Vergleich zum Vorquartal wegen der stark volatilen Preise aussagekräftiger als der zum Vorjahr.

Im laufenden dritten Geschäftsquartal erwartet Infineon "keine wesentliche Nachfragesteigerung". Das Unternehmen geht vielmehr davon aus, dass der Preisdruck weiter anhalten wird, insbesondere bei Chipkarten-ICs, Speicherprodukten und Produkten für Mobiltelefone. Ein Wachstum in Stückzahlvolumen, speziell bei den Speicherprodukten, dürfte jedoch die Auswirkungen des Preisdrucks auf den Umsatz und das operative Ergebnis teilweise ausgleichen", teilte der Siemens-Ableger mit. Die Kosten für die Schließung des Werks München seien wegen des frühen Zeitpunkts der Verhandlungen mit dem Betriebsrat noch nicht bezifferbar.(dpa/mb)