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Infineon meldet Gewinnrückgang

24.01.2005

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Der weltweit viertgrößte Halbleiter-Hersteller Infineon hat angesichts der Nachfrage nach seinen Produkten einen trüben Ausblick auf das laufende zweite Geschäftsquartal (Ende März) gegeben. "Auf Grund von saisonalen Effekten, Preisdruck in allen Segmenten des Unternehmens und eines anhaltenden Nachfragerückgangs durch weitere Anpassungen der Lagerbestände bei Kunden geht das Unternehmen davon aus, dass Umsatz und Ergebnis im aktuellen Quartal weiterhin rückläufig sein werden", erklärte das Unternehmen heute vorbörslich. Auch auf dem weltweiten Halbleitermarkt dürfte die Nachfrage zurückgehen.

Die einzig neue Zahl bei den Konzernergebnissen war der Quartalsüberschuss. Er stieg auf 142 Millionen Euro gegenüber 44 Millionen Euro im Vorquartal (Vorjahr 34 Mio Euro). Der Gewinn vor Steuern und Zinsen (EBIT) kletterte wie bereits bekannt verglichen mit dem Vorquartal um 87 Prozent auf 211 Millionen Euro (Vorjahr 70 Millionen Euro).

"Ohne den Einfluss der einmaligen Lizenzeinnahmen in Höhe von 118 Millionen Euro im Zusammenhang mit der Einigung mit ProMOS im ersten Quartal und den Einfluss von Aufwendungen von 132 Millionen Euro für Wertminderungen und Wettbewerbsverfahren im vergangenen Quartal ging das EBIT in allen Bereichen außer der Drahtgebundenen Kommunikation zurück", meldete Infineon. Im November hatte der Münchener Halbleiter-Hersteller die Beilegung eines Rechtsstreits mit dem taiwanischen Chiphersteller ProMOS bekannt gegeben. Den Schwund begründete Infineon mit niedrigeren Erlösen sowie einer geringeren Produktionsauslastung in den Bereichen Sichere Mobile Lösungen sowie Automobil- und Industrieelektronik. Zudem lastete der Verfall des Dollar-Kurses auf den Ergebnissen.

Der Umsatz sank gegenüber dem Vorquartal um neun Prozent auf 1,816 Milliarden Euro (Vorjahr 1,623 Milliarden Euro). Der Absatz sei in allen Bereichen gefallen. In den drei Logiksegmenten schrumpften die Erlöse wegen der geringeren Nachfrage infolge Lagerbestandskorrekturen bei Kunden. "Obwohl die Bit-Produktion im Speicherbereich leicht anstieg, ist der Absatz insgesamt zurückgegangen", hieß es in der Pflichtmitteilung. "Der Geschäftsbereich hat seine Lagerbestände zurück auf Normalniveau angehoben, um die Kunden in Zukunft effizienter und flexibler zu bedienen."

Für das laufende Jahresviertel zeigte sich der Chipbauer weiter pessimistisch. "Angesichts des Bestellverhaltens der Kunden von Infineon und der Prognosen von Marktforschungsinstituten erwartet Infineon auch im zweiten Quartal des Geschäftsjahrs 2005 einen anhaltenden Nachfragerückgang im weltweiten Halbleitermarkt."

Infineon-Chef Wolfgang Ziebart kündigte an, 2004/05 mehr zu sparen als bisher angestrebt. "Wir haben Kosten, Investitionen und Nettoumlaufvermögen weiter optimiert und für das Geschäftsjahr 2005 eine Reduzierung der Fixkosten in Höhe von 200 Millionen Euro gegenüber den ursprünglichen Planungen identifiziert." Anfang November hatte der seit September amtierende Konzernchef das Hauptziel für die nächsten Jahre verkündet: Die Steigerung von Produktivität und Effizienz bei gleichzeitiger Kostenkontrolle. (dpa/tc)