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Infineon kann Verluste weiter senken

22.07.2002

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Der Münchner Halbleiterhersteller Infineon konnte im dritten Geschäftsquartal 2002 (Ende: 30. Juni) seine Verluste weiter senken: Gegenüber dem vorangegangenen zweiten Quartal konnte sich das Unternehmen um 32 Millionen Euro verbessern, im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ging der Nettofehlbetrag von 371 Millionen auf 76 Millionen Euro zurück. Damals hatten jedoch Abschreibungen auf Lagerbestände in Höhe von 209 Millionen Euro sowie 51 Millionen Euro an einmaligen Aufwendungen das Ergebnis stark belastet. Im aktuellen Berichtszeitraum profitierten die Münchner dagegen mit 65 Millionen Euro aus zurückgestellten Lizenzeinnahmen.

Vor Zinsen und Steuern (Ebit) verbesserte sich Infineon verglichen mit dem vorangegangenen Quartal von minus 178 Millionen auf minus 107 Millionen Euro, Analysten hatten aufgrund der niedrigen Preise für Speicherchips im Schnitt mit einer Ausweitung des operativen Verlustes auf 192 Millionen Euro gerechnet. Den Münchnern war es jedoch gelungen, mithilfe von Kostensenkungen das Defizit in diesem Bereich mit 17 Millionen Euro vergleichbar niedrig zu halten. Außerdem generierte Infineon einen positiven operativen Cashflow von 293 Millionen Euro. Den Umsatz konnte der Halbleiterhersteller mit 1,4 Milliarden Euro gegenüber dem zweiten Quartal um ein Prozent beziehungsweise um zehn Prozent im Vergleich zum Vorjahr steigern. Laut Konzernchef Ulrich Schumacher erhöhte Infineon vor allem in den Bereichen Kommunikation und Automobilelektronik seine Einnahmen.

Für die zweite Hälfte des Kalenderjahres 2002 erwartet Schumacher, dass sein Unternehmen die Marktanteile trotz schwieriger Rahmenbedingungen und starkem Preisdruck weiter ausbaut. Der Vorstandsvorsitzende sieht nach eigenen Angaben bereits eine leichte Erholung der Speicherpreise und rechnet mit einem Anstieg der Nachfrage - wenn sich die PC-Branche positiv entwickelt. Von den DRAM-Preisen macht der Unternehmenschef letztendlich auch das Break-even im laufenden vierten Quartal abhängig. (mb)