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Infineon häuft weiter Verluste an - BenQ-Mobile-Pleite belastet

16.11.2006
Der Chipkonzern Infineon häuft weiter Verluste an. Unter anderem wegen der Pleite des Großkunden BenQ Mobile sowie der Schließung des Werks München-Perlach konnte der Konzern den Verlust im Geschäftsjahr 2005/06 (30. September) nur leicht von 312 auf 268 Millionen Euro verringern.

Vorstandschef Wolfgang Ziebart verwies am Donnerstag in München aber dennoch auf Fortschritte in einigen Segmenten. „Wir haben unser operatives Geschäft kontinuierlich effizienter gestaltet.“ Mit dem enttäuschenden Geschäftsjahr 2005/06 setzte Infineon aber eine negative Serie fort. In den vergangenen sechs Jahren fuhr der Konzern fünf Mal hohe Verluste ein.

Der Umsatz stieg 2005/06 um 17 Prozent auf 7,9 Milliarden Euro. Dabei profitierte der Konzern insbesondere von Zuwächsen bei seiner Speicherchip-Tochter Qimonda, von der er sich jedoch trennen will. Qimonda sorgte mit einem Ergebnis vor Steuern und Zinsen (EBIT) von 202 Millionen Euro auch dafür, dass die Zahlen nicht noch düsterer ausfielen. Der Konzern insgesamt verbuchte ein negatives Ebit von 15 Millionen Euro nach einem Minus von 183 Millionen Euro im Vorjahr.

Auch im vierten Quartal schaffte Infineon entgegen den Erwartungen von Analysten nicht den Sprung in die Gewinnzone. Stattdessen stieg der Verlust unter dem Strich im Vergleich zum Vorjahreszeitraum von 23 auf 36 Millionen Euro. Infineon verwies angesichts der roten Zahlen unter anderem auf Sonderbelastungen durch den Qimonda-Börsengang und die BenQ-Mobile-Pleite.

Größtes Sorgenkind des Konzerns bleibt die Kommunikationssparte, die unter anderem Chips für Handys herstellt. Wegen der Pleite des Großkunden BenQ Mobile fielen im vierten Quartal Netto-Sonderaufwendungen von 75 Millionen Euro an. Im gesamten Geschäftsjahr 2005/06 verbuchte die Kommunikationssparte einen Verlust vor Steuern und Zinsen von 231 Millionen Euro nach einem Minus von 295 Millionen Euro im Jahr zuvor. Im laufenden ersten Quartal des neuen Geschäftsjahres rechnet Infineon in der Sparte mit sinkenden Umsätzen und höheren Verlusten. (dpa/tc)