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Indiens IT-Exporte sollen um über 30 Prozent wachsen

14.09.2004

Von den Wachstumsraten der indischen IT-Industrie können die in den vergangenen Jahren arg gebeutelten Branchenvertreter in Europa und Amerika nur träumen. Nach Angaben von Kiran Karnik, President der National Association of Software and Service Companies (NASSCOM), erwarten die IT-Anbieter und Dienstleister auf dem asiatischen Subkontintent für das Fiskaljahr 2004/05 eine Steigerung ihrer IT-Exporte um insgesamt 30 bis 32 Prozent. Im vorangegangenen Geschäftsjahr 2003/04, das Ende März dieses Jahres abgeschlossen wurde, haben die IT-Anbieter Produkte und Dienstleistungen im Wert von rund 12,5 Milliarden Dollar exportiert. Den Löwenanteil von etwa 25 Prozent teilten sich dabei die drei Unternehmen Tata Consultancy Services, Infosys Technologies und Wipro Technologies.

Doch das rasche Wachstum hat auch seine Schattenseiten. Karnik zufolge drohe den indischen Anbietern von Software- und Business-Process-Outsourcing- (BPO-)Services in den kommenden Jahren ein Fachkräftemangel. Zwar würden die indischen Universitäten Jahr für Jahr etwa 2,5 Millionen IT-Absolventen in den Arbeitsmarkt entlassen. Jedoch entspreche nur ein geringer Teil dieser Berufsanfänger den Anforderungen der Unternehmen, warnte der NASSCOM-President in Bangalore. Die IT-Industrie müsse deshalb enger mit den Universitäten des Landes zusammenarbeiten um die Abgänger besser auf die Berufsanforderungen vorzubereiten.

Angesichts der drohenden Probleme prognostizieren die Analysten des Marktforschungsunternehmens Gartner, dass Indiens Weltmarktanteil an Outsourcing- und Offshore-Services von heute rund 80 Prozent bis zum Jahr 2007 auf etwa 55 Prozent sinken könnte. Die Verantwortlichen müssten daher für eine effizientere Infrastruktur und eine bessere Ausbildung ihrer IT-Mitarbeiter sorgen, fordert Sujoy Chohan, Research Director für den Bereich BPO bei Gartner. (ba)