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Indien: Neue Zugmaschine der Weltwirtschaft

13.08.2007
Von pte pte
Der indische Wirtschaftsboom wird die Dynamik der letzten Jahre auch weiterhin fortsetzen, damit den Aufschwung an den Börsen beflügeln und nicht nur für große Konzerne mittel- bis langfristig als Investitionsziel interessant bleiben.

Zu diesen Ergebnissen kommt das global tätige Fondsmanagement-Unternehmen Fidelity International in einer heute präsentierten Marktanalyse. "Vor allem die in den 1980er Jahren begonnenen Wirtschaftsreformen scheinen nun erste Früchte zu tragen", sagt Ronald Peter Stöferle, Asien-Analyst der österreichischen Erste Bank AG, im Gespräch mit pressetext. Die Marktanalysten rechnen damit, dass ein Ende des daraus resultierenden wirtschaftlichen Entwicklungsprozesses noch nicht abzusehen ist. Beim jetzigen Wachstumstempo von sieben bis zehn Prozent im Jahr erhöht sich die Aussicht auf herausragende Gewinnchancen, von denen Anleger nachhaltig profitieren könnten. "Vor dem Hintergrund der 60-jährigen Unabhängigkeit des Landes von Großbritannien, ist die Gesellschaftsstruktur auch in ihren wirtschaftlich-kapitalistischen Denkweisen unseren westlichen sehr ähnlich. Das ist ein Vorteil für Unternehmen, die sich in Indien niederlassen wollen", so Stöferle. Zudem investiert der Staat Unsummen in den Ausbau der Infra- und Energiestruktur und trägt dazu bei, dass der Waren- und Dienstleistungsaustausch verbessert wird.

Als zentralen Wachstumstreiber sehen die Analysten verstärkt die Software- und IT-Branche, wobei namhafte Großkonzerne wie Dell oder SAP in den letzten Jahren einen wahren Gründungsboom auslösten. Aber auch für andere wissensintensive Bereiche wie die Pharma- oder die Dienstleistungsbranche sind die Voraussetzungen gut. "Tatsache ist, dass die Arbeitskräfte sehr gut ausgebildet sind und großteils fließend Englisch sprechen", unterstreicht der Experte. Durch diese Rahmenbedingungen werde ein nachhaltiges Wachstum ermöglicht, dass dazu beiträgt, dass sich Indiens Volkswirtschaft immer weniger vom traditionellen Agrarsektor abhängig mache.

Anders als in Brasilien, Russland und China ist die indische Branchenvielfalt vorteilhaft. Auch sind die indischen Börsen nicht vom Rohstoffexport beherrscht und die Kursentwicklung hängt weit weniger vom Ölpreis ab, so die Fidelity-Fachleute. Vielmehr treibe die Binnennachfrage die Notierungen indischer Aktiengesellschaften - vor allem in der Konsumgüter- und Automobilindustrie, der Pharma- und Finanzbranche sowie dem Gesundheitswesen - in die Höhe. Die Top-10-Beteiligungen des Fidelity India Focus Fund richten sich daher auf Unternehmen wie Hindustan Unilever (Konsumgüterindustrie), Infosys Technology (IKT) oder Bajaj Auto aus. (pte)