Turbo-Tipps

In elf Schritten zum schnelleren iPad

10.08.2018
Von  und
Lou Hattersley, früher Redakteurin bei Macworld UK, ist eine versierte Apple-Expertin, Sie schreibt Bücher zum gesamten Apple-Universum: angefangen bei diversen MacOS- und iOS-Betriebssystemen bis hin zur Hardware (iPhone, iPad, Macbook u.s.w.).
Sabine Schiscka verfügt über langjährige Erfahrung als Übersetzerin vom Englischen ins Deutsche im Bereich IT, Web, Computer, Games.
Ältere iPad-Modelle besitzen oft nicht mehr die Power, die sie einst hatten. Wir zeigen Ihnen, wie Sie auch dem alten Gaul nochmal die Sporen geben.

Das iPad 9,7 vom Frühjahr 2018 ist ein flottes Gerät, die Lücke zu den iPad Pro von 2017 ist geringer geworden. Im Herbst wird sie Apple mit neuen Pro-Modellen wieder deutlich vergrößern, die FaceID könnte auch auf dem iPad Einzug halten. iOS 12 wird dann auf den neuen Geräten vorinstalliert sein, doch verspricht das Update auch Performanceverbesserungen für ältere Geräte.

Es muss nicht immer das neueste iPad Pro sein, auch ältere iPads können flott unterwegs sein.
Es muss nicht immer das neueste iPad Pro sein, auch ältere iPads können flott unterwegs sein.
Foto: Denys Prykhodov - shutterstock.com


Wenn Sie ein älteres iPad-Modell besitzen – vielleicht ein iPad 4, ein iPad Air oder das iPad Mini – läuft es nicht mehr so flott wie damals beim Neukauf, iOS 12 könnte hier aber nur zum Teil helfen. Denn obwohl iOS ein modernes Betriebssystem mit minimalem Instandhaltungsaufwand ist, füllt sich im Laufe der Zeit doch mancher Speicherplatz und die Geschwindigkeit geht in die Knie. Manchmal sind aber auch neuere Modelle schon betriebsmüde und benötigen einen neuen Power-Schub.

Tipps, wie das am besten funktionieren soll, gibt es viele. Wir haben uns insgesamt elf Maßnahmen herausgepickt, die nach unserer Erfahrung am besten gewirkt haben.

Übrigens: Wenn auch Ihr iPhone eine Frischzellenkur benötigt, haben wir die besten Tipps für ein schnelleres iPhone bereits zusammengetragen.

Tipp 1: Apps löschen

Als ersten Schritt sollten Sie sich von überflüssiger Software trennen. Entfernen Sie alle Apps von Ihrem iPad, die Sie nicht länger benötigen. Apps belegen Speicherplatz – und je mehr davon allein dem Betriebssystem zur Verfügung steht, desto effektiver kann es arbeiten.

Hier geht es übrigens wirklich ums Löschen der Apps vom Gerät – nur das vollständige Schließen der Software (durch Hinauswischen aus dem oberen Bildschirmrand) wird Ihnen nichts bringen. Es hält sich zwar hartnäckig das Gerücht, das Schließen einiger Apps würde Speicherplatz freiräumen und das iOS beschleunigen, doch dem ist nicht so. Ein reiner Mythos.

Tipp 2: Große Dateien löschen

Nachdem Sie sich nun bereits von einigen Apps getrennt haben, ist es an der Zeit, die verbliebene Software ein wenig zu verschlanken – indem Sie sie um ihre App-Dateien erleichtern.

Klicken Sie auf "Einstellungen > Allgemein > iPad Speicher". Halten Sie hier Ausschau nach Apps, die besonders viel Speicherplatz belegen. Die üblichen Verdächtigen hier sind Podcasts und Fotos & Kamera. Wählen Sie eine App aus, um ihre Inhalte anzuzeigen und wischen Sie bei einem Element, das Sie nicht benötigen nach links. Bestätigen Sie den Vorgang dann mit „Löschen“. Bei einem aktuellen System können Sie außerdem automatisch nicht benötigte Apps auslagern und große Dateianhänge in Nachrichten auflisten und löschen.

Tipp 3: Neustart

Jetzt, wo Sie Ihr iPad von unnötigem Ballast befreit haben, könnte es einen Neustart vertragen. Damit wird der Speicherplatz aktualisiert und eine Neuverteilung ermöglicht.

Halten Sie den Power-Button so lange gedrückt, bis Sie die Schaltfläche zum Ausschalten sehen – benutzen Sie sie. Starten Sie das iPad danach durch erneutes Drücken des Power-Buttons wieder neu.

Tipp 4: App-Aktualisierung ausschalten

Nach den ersten drei Schritten sollte Ihr iPad schon wieder etwas schneller laufen. Wenn Sie ein älteres iPad wie das iPad Mini oder iPad 3, besitzen, fahren Sie aber nochmals besser damit, wenn Sie einige nicht dringend benötigte Funktionen ausschalten. Zum Beispiel die App-Aktualisierungen, die im Hintergrund ablaufen.

Klicken Sie auf "Einstellungen > Allgemein > Hintergrundaktualisierung" und setzen Sie selbige dort auf Aus.

Tipp 5: iOS updaten

Eine Warnung vorweg: Das bestehende iOS auf eine komplett neue Version wie iOS 11 zu aktualisieren kann Nachteile im Hinblick auf die Geschwindigkeit bringen. Denn manches Update führt auch neue Funktionen ein, die ein älteres Gerät überfordern und verlangsamen – zumindest so lange, bis Apple den Fehler mit der Zeit behebt. Je ausgereifter ein iOS ist (also je weiter die Versionsnummer), desto eher kann man nämlich davon ausgehen, dass keine Geschwindigkeitsprobleme mehr bestehen. Und wenn die ersten paar Tipps bei Ihnen bisher keinen Erfolg erzielt haben, ist ein Update durchaus einen Versuch wert.

Klicken Sie auf "Einstellungen > Allgemein > Softwareupdate" und überprüfen Sie, ob eine neue Version ihres iOS verfügbar ist.

Tipp 6: Cache löschen

Apples Browser Safari zählt zu denjenigen Apps, bei denen sich Leistungseinbrüche des Geräts am meisten bemerkbar machen. Doch auch ein voller Cache trägt zu der Misere bei. Sie können ihn bereinigen, indem Sie auf "Einstellungen > Safari > "Verlauf und Websitedaten löschen" klicken. Eine genaue Anleitung gibt es hier.

Nach diesem Schritt sollte zumindest die Benutzeroberfläche von Safari schneller reagieren – allerdings könnten nun manche Webseiten geringfügig mehr Zeit zum Laden brauchen (während sich der Cache wieder füllt). Denken Sie daran, dass Sie diesen Schritt in regelmäßigen Abständen durchführen sollten!

Tipp 7: Benachrichtigungen ausschalten

Auch das Ausspielen von Benachrichtigungen kann ein iOS-Gerät verlangsamen. Schalten Sie sie daher aus, sofern Sie sie nicht dringend benötigen. Klicken Sie dazu auf "Einstellungen > Mitteilungen" und wählen Sie für jede App einzeln, ob sie Benachrichtigungen senden darf oder nicht.

Tipp 8: Standortfunktionen abschalten

Standortdienste laufen im Hintergrund ab und saugen nicht nur den Akku leer, sondern knabbern auch an der Performance. Es kann zwar nützlich sein, Apps wie Karten und Facebook auf Ihren Standort zugreifen zu lassen, doch Sie werden einen gravierenden Unterschied feststellen, wenn Sie sie abschalten. Klicken Sie dazu "Einstellungen > Datenschutz > Ortungsdienste" und setzen Sie diese auf Aus.

Tipp 9: Spotlight abschalten

Mit Spotlight lassen sich bequem alle Dinge auf Ihrem iPad finden – doch dafür muss der Dienst auch jede einzelne Datei katalogisieren, was die Dinge mitunter verlangsamt. Schalten Sie den Dienst ab, indem Sie auf "Einstellungen > Allgemein > Spotlight-Suche" bzw. ab iOS 11 "Siri & Suchen" klicken und alle Suchergebnisse auf Aus setzen.

Tipp 10: Bewegung reduzieren

Wenn Sie schon alles andere abgeschaltet haben und immer noch ein wenig mehr Power aus Ihrem iPad kitzeln möchten, können Sie noch einige visuelle Effekte ausschalten. Klicken Sie dazu auf "Einstellungen > Allgemein > Bedienungshilfen > Bewegung reduzieren" und setzen Sie den Schalter auf Ein.

Tipp 11: RAM optimieren

Zum einen geht es relativ einfach mit hauseigenen Mitteln. Dafür drücken Sie den Power-Button auf dem entsperrten Gerät, bis der Regler "Ausschalten" erscheint. Sie betätigen auf dem Bildschirm keine der zwei Optionen, sondern drücken noch den Home-Button dazu. Flackert der Bildschirm kurz, ist der Arbeitsspeicher am iPad neu verteilt. Dies merken Sie daran, dass die Apps neu starten und nicht im Zustand sind, in dem Sie sie geschlossen haben. Beim iPhone 7 unterscheidet sich das Prozedere: Statt Home-Button muss man hier Leiser-Button drücken.
(Macwelt)