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IFA öffnet die Tore

24.08.2001

BERLIN (COMPUTERWOCHE) - Ab morgen sind die Messehallen rund um den Berliner Funkturm für eine Woche (bis 2. September) das Mekka der Consumer Elektronik. Über 900 Aussteller zeigen auf der Internationalen Funkausstellung 2001 (IFA) die neuesten Trends aus dem Bereich der vier "Cs": Consumer Eletronics, Computer, Communication sowie Content. Dabei lassen sich die vielen Neuigkeiten, die auf der Messe unter dem Motto "Zukunft@ifa" präsentiert werden, mit einem Schlagwort charakterisieren: Die Zukunft ist digital.

Geht es es nach den Ausstellern, so haben die lieb gewordenen Fernseh- und Audiogeräte demnächst ausgedient. So wird etwa der gute alte Videorecorder mit VHS-Cassette von der wieder bespielbaren DVD oder von Videogeräten, in denen Computerfestplatten als Speicher ihr Werk vollrichten, abgelöst. Ebenso sind die Tage des traditionellen Radios gezählt. Laut Ausstellern und der Initiative Digitaler Rundfunk (IDR) der Bundesregierung steht für 2004 die Vollversorgung mit dem Digitalradio auf dem Plan. Zwischen 2010 und 2015 sollen dann die bisherigen analogen Übertragungsarten (UKW-Sender) abgeschaltet werden. Der Radiostandard der Zukunft ist dabei ein alter Bekannter: Das seit langem, bisher ohne Erfolg, propagierte Digital Audio Broadcast (DAB) soll in Zukunft im Radio aufspielen. Glaubt man der Industrie, so offenbart die digitale Zukunft nicht nur einen Radio- und Fernsehgenuaa in nie erlebeter Qualität, sondern offeriert auch neue Mehrwertdienste, die für

jeden Geschmack den passenden Content bereithalten.

Offen bleibt bei einem Messerundgang allerdings die Frage, wer diese Inhalte produziert und bezahlt. Unabhängig von dieser unglösten Frage vermittelt die IFA mit Themenrundgängen wie "Internet für alle", "Mobilfunk, die nächste Generation" oder "Digital Music - Digital Imaging" einen ersten Eindruck, wie die digitale Zukunft aussehen könnte. Dabei schenkt die Messe dem Thema "Home Networking" besondere Aufmerksamkeit und widmet ihm in Halle 9 die Sonderpräsentation "Intelligentes Heim".

Wie sehr dabei die künftige Entwicklung durch Einflüsse aus der IT- und Telekommunikationsbranche geprägt ist, zeigt bereits ein Blick in den Ausstellerkataolg, in dem immer mehr Player aus der Computerindustrie zu finden sind. So kann die IFA in diesem Jahr etwa zum erstenmal den Chipgiganten Intel als Aussteller begrüßen. Hält diese Entwicklung an, so dürfte sich die einstige Leistungsschau für braune Audio- und Fernsehware in wenigen Jahren zur "CeBIT Home" mausern.

Für Besucher ist die Messe täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Am Freitag, dem 31. August wartet auf die Gäste eine besonders Schmankerl: Anlässlich des 75-jährigen Jubiläums des Berliner Funkturms feiert die Messe die IFA-Night und schließt erst um 24 Uhr ihre Tore. (Von CW-Redakteur Jürgen Hill in Berlin)