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IDC-Zahlen zum deutschen PC-Markt Q1/2002

17.05.2002

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Die Marktforscher der International Data Corp. (IDC) haben ihre endgültigen Zahlen zum deutschen PC-Markt im ersten Quartal 2002 veröffentlicht. Insgesamt wurden demnach im ersten Vierteljahr 1,7 Millionen PCs verkauft, das sind 3,1 Prozent weniger als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Sowohl der Firmen- als auch der Consumer-Markt litten weiterhin unter der schlechten gesamtwirtschaftlichen Situation. Am stärksten sei davon das Desktop-Segment betroffen; eine starke Nachfrage nach Notebooks habe ein noch weiteres Absacken der Stückzahlen verhindert. Es zeichne sich aber eine beginnende Erholung ab, so IDC.

"Investitionszurückhaltung bei Großkunden und KMU wie auch schwache Nachfrage nach Consumer-Desktops haben ein positives Marktwachstum verhindert", kommentiert Research Analyst Stefania Lorenz. "Eine weitere Verlagerung des Consumer-Markt in Richtung Notebooks wird das Desktop-Segment auch weiterhin hemmen." Insgesamt seien im ersten Quartal 22 Prozent mehr Portables verkauft worden als vor Jahresfrist. Sowohl die internationalen als auch die lokalen Anbieter fokussierten sich verstärkt auf diesen Bereich.

"Die Hoffnung auf eine Erholung des deutschen Markts wird durch den allgemeinen Konjunkturabschwung begrenzt. In der zweiten Hälfte des Jahres wird vermutlich bestenfalls Anzeichen einer Besserung geben", warnte Lorenz.

Wie schlugen sich die Anbieter?

Die meisten Hersteller hätten erheblich unter der schwachen Nachfrage im Business-Bereich sowie im Consumer-Desktop-Segment gelitten, so IDC weiter. Von den Top 5 der Anbieter hätten allein Dell und HP insgesamt zulegen können. Der Preiskampf im Handel setze Anbieter und Margen weiterhin unter Druck.

Fujitsu-Siemens habe die klare Führung im Gesamtmarkt bewahrt und im Desktop-Bereich sowohl bei Firmen- als auch Endkunden den Abstand zur Konkurrenz gehalten. Compaq habe sich den zweiten Platz zurückerobert. Allerdings stehe der Hersteller vor allem im Consumer- und KMU-Markt unter großem Druck durch den Wettbewerb und leide außerdem unter der schwachen Nachfrage im Unternehmensbereich. HP sei dank aggressiver Preise und Positionierung seiner Produkte insgesamt erfolgreich gewesen und habe dank guten Abschneidens im Notebook-Markt den fünften Platz erobert und insgesamt acht Prozent Wachstum hingelegt.

Direktanbieter Dell habe seinen Marktanteil weiter gesteigert und dank erfolgreicher Umsetzung seines Geschäftsmodells und eines wettbewerbsfähigen Produktportfolios nicht zuletzt im KMU-Umfeld weiter expandiert. IBM sieht IDC im Unternehmensumfeld weiterhin als wichtigen Wettbewerber. Sowohl bei Business-Desktops als auch bei Notebooks (hier Platz drei) seien die Armonker anhaltend stark. Toshiba habe sich dank besserer Produkt- und aggressiverer Preispositionierung die Führung im Notebook-Markt zurückgeholt. Die hiesigen Anbieter stünden unterschiedlich da, so IDC. Einzig Medion habe dank attraktiver Preise und Lowend-Produkte seinen Marktanteil steigern können. Vobis, PC-Spezialist und Actebis hätten dagegen unter dem Wettbewerbsdruck und der sinkenden Nachfrage

Federn lassen müssen. Im Unternehmensumfeld konnte laut IDC Maxdata dank erfolgreicher KMU-Strategie punkten. Bei Consumer-Notebooks hätten vor allem Gericom, aber auch Vobis und Actebis von der steigenden Nachfrage profitiert.

Es folgt das Ranking der zehn führenden Anbieter (nach ausgelieferten Stückzahlen):

Fujitsu-Siemens: 18,6 Prozent Marktanteil (Vorjahresquartal 20,9 Prozent, minus 13,7 Prozent ausgelieferte Systeme);

Compaq: 7,9 Prozent Marktanteil (Q1/01 9,2 Prozent, Stückzahlen minus 17,1 Prozent);

HP: 7,3 Prozent (Q1/01 6,5 Prozent, Stückzahlen plus 8,3 Prozent);

Vobis: 6,4 Prozent (Q1/01 7,6 Prozent, Stückzahlen minus 18,4 Prozent);

Dell: sechs Prozent (Q1/01 5,2 Prozent, Stückzahlen plus 11,5 Prozent);

Medion: 5,3 Prozent (Q1/01 2,9 Prozent, Stückzahlen plus 79,2 Prozent);

IBM: 4,1 Prozent (Q1/01 4,1 Prozent, Stückzahlen minus 2,7 Prozent);

Toshiba: vier Prozent (Q1/01 3,2 Prozent, Stückzahlen plus 20,3 Prozent)

Acer: 3,8 Prozent (Q1/01 3,2 Prozent, Stückzahlen plus 13,6 Prozent), sowie

Actebis: 3,6 Prozent (Q1/01 3,5 Prozent, Stückzahlen plus 1,6 Prozent).

Alle übrigen Hersteller bedienten zusammen 32,6 Prozent des Marktes (Vorjahresquartal: 33,4 Prozent) und steigerten ihre verkauften Stückzahlen um 5,4 Prozent. (tc)