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IDC wittert erste Erholung des europäischen IT-Markts

14.08.2002

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Aktuellen Daten aus dem "Black Book" der IDC zufolge soll der IT-Markt in Westeuropa dieses Jahr mit 4,4 Prozent wachsen nach 3,4 Prozent im Vorjahr. Für 2003 rechnen die Auguren mit einem Plus von 6,2 Prozent. Die bis zum Jahr 2000 gewohnten gesunden Zuwächse seien aber vor 2004 nicht zu erwarten, erklärt IDC. "Nachdem das erste Halbjahr abgeschlossen und keine signifikante Besserung der Geschäftsbedingungen zu erkennen ist, sind die Chancen für eine kurzfristige Erholug in Westeuropa gering", konzediert Senior Analyst Vicky Hawksworth. Das Nachlassen der Aktienmärkte und die Bilanzskandale in den USA trübten zusammen mit der Kaufzurückhaltung der Verbraucher das Bild zusätzlich.

"IDC ist angesichts der Grundlagen und langfristigen Aussichten des westeuropäischen IT-Marktes trotzdem optimistisch und glaubt, dass der Markt nach seinem Tiefpunkt im vierten Quartal 2001 nun in eine erste Phase der Erholung eintritt", so Hawksworth weiter. Regional betrachtet könne der Aufschwung in Frankreich und Großbritannien schneller beginnen als etwa in Deutschland, wo er sich angesichts der Wirtschaftslage möglicherweise einige Monate verspäte. Das mit acht Prozent höchste Wachstum für 2002 erwartet IDC in Schweden; für Finnland, Frankreich, Italien sowie die Niederlande erwarten die Experten ein mit jeweils sechs Prozent stabiles Plus. Kurzfristig werde das meiste Geld in Services fließen, mittel- und langfristig sollen Wireless- und Web-Technologien zu höheren Softwareausgaben führen.

"Eine Rückkehr zu gesunden IT-Investitionen wird so lange behindert, bis sich die Profitabilität der Unternehmen verbessert und sich in der Folge die IT-Budgets wieder lockern. Dies wird ein allmählicher Prozess sein, der bis zu sechs Monate dauert. Deswegen wird sich die gesamte Marktsituation wohl nicht vor dem ersten Halbjahr 2003 merklich verbessern", laut das Fazit von IDC-Frau Hawksworth. (tc)