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IDC: US-Flaute strahlt nach Asien und Europa aus

19.03.2001

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Analysten der International Data Corp. (IDC) haben sich Gedanken um die Auswirkungen der gegenwärtigen US-Konjunkturschwäche auf den Rest der Welt gemacht. Beim Blick in die Glaskugel kamen die Auguren zu der Prognose, das Wachstum der IT-Ausgaben in Europa werde heuer auf 11,1 Prozent zurückgehen. Die IT-Investitionen würden somit auf dem alten Kontinent ein Volumen von 316 Milliarden Dollar erreichen - angesichts der enger geschnallten Gürtel in den USA und Kanada und der immer noch latenten Euro-Schwäche ein erfreulicher Wert. Im vergangenen Jahr hatte IDC in Europa ein Wachstum von 12,5 Prozent auf 286 Milliarden Dollar ermittelt.

Stärker leiden laut IDC die Asiaten unter der Konjunkturschwäche in Nordamerika. Hier erwarten die Auguren in diesem Jahr nur noch 9,6 Prozent Wachstum - nach 16,5 Prozent im vergangenen Jahr. Damit soll die Summe der IT-Ausgaben für das Jahr 2001 rund 195 Milliarden Dollar betragen. Vor allem die einstigen Boom-Märkte China und Südkorea schwächeln derzeit deutlich, so die Marktforscher.

Übrigens geht der MIT-Wirtschaftswissenschaftler (Massachusetts Institute of Technology in Boston) Rüdiger Dornbusch davon aus, dass es mit der US-Wirtschaft bereits im zweiten Halbjahr 2001 wieder ordentlich bergauf geht. "Schon im Sommer wird das reinigende Gewitter vorbei sein", erklärte der Nationalökonom gegenüber der "Financial Times Deutschland". Er warnte unter anderem davor, die Kursverluste an der Technikbörse Nasdaq zu dramatisieren. Die dort notierten Unternehmen repräsentierten allenfalls ein Zehntel der Gesamtwirtschaft.