Web

 

IDC prognostiziert: RFID wird zur Standardtechnik für Lieferkettenprozesse

08.01.2004

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Geht es nach dem Marktforschungsunternehmen International Data Corp. (IDC), wird die Technik Radio Frequency Identification (RFID) in Unternehmen, deren Geschäftsprozesse wesentlich auf Lieferketten (Supply Chain Management = SCM) bauen, die vorherrschende Scannertechnologie werden.

Zwar würden einige Branchenexperten noch die Meinung vertreten, RFID sei zum einen zu teuer, zum anderen aber auch noch in einem technischen unausgereiften Stadium. Allerdings müsse man, so IDC, auch zur Kenntnis nehmen, das Wal-Mart und das US-amerikanische Verteidigungsministerium von ihren jeweiligen Zulieferern bereits heute verlangen, die RFID-Technik in ihre Geschäftsprozesse zu integrieren. Die Marktforscher gehen davon aus, dass mit diesem Signal vom größten US-Warenhaus und vom Superministerium ein wichtiger Impuls für Investitionen in RFID ausgeht.

IDC glaubt, dass sich die Ausgaben für RFID-Techniken von 91,5 Millionen Dollar im vergangenen Jahr auf rund 1,3 Milliarden Dollar im Jahr 2008 erhöhen werden. Hardware, also etwa die RFID-Chips, die nötige Infrastruktur für diese nächste Generation von Scannertechnik, sowie Ausgaben für die Systemintegration machen nach IDC bis zum Jahr 2007 mit etwa 875 Millionen Dollar den Löwenanteil der Investitionen aus. Für Dienstleistungen im Zusammenhang mit dem Aufbau von RFID-Infrastrukturen werden im gleichen Zeitraum rund 270 Millionen Dollar aufgewendet werden. Erst mit dem Einsatz von RFID-Middleware dürften sich hingegen die Investitionen in Software für diesen Anwendungsbereich erhöhen. Dies wird, so die Einschätzung des Marktforschungsinstitutes, nicht vor 2006 der Fall sein.

IDC warnte allerdings davor, RFID-Techniken dann einzusetzen, wenn das jeweilige Unternehmen noch keine klare Vorstellung davon besitzt, wie die neue Technologie in die Geschäftsprozesse integriert und gewinnbringend für das Geschäftsinteresse verwertet werden kann. Neben Wal-Mart und dem Verteidigungsministerium setzen auch mindestens zwei große Herstellerunternehmen schon auf RFID: Der indische Serviceriese Infosys und Sun Microsystems. Sun hat vergangenen Monat angekündigt, es werde in Schottland ein RFID-Testcenter eröffnen.(jm)