Web

 

IDC: Echte Web-Services frühestens in zehn Jahren

25.10.2002

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Web-Services bewiesen schon heute ihren Nutzen, wenn Early Adopters sie verwendeten, um heterogene Systeme in hochgradig dezentralisierten Organisationen mit unterschiedlichen Standorten zu integrieren, so die Marktforscher der IDC. Die nächste Phase, in der Web-Services "Software als Dienstleistung" bereit stellten, sei aber noch wenigstens zehn Jahre entfernt.

"Kaum jemand bestreitet, dass Web-Services in ihrer simplen und frühen Form einen echten Beitrag leisten können, die Integrationsprobleme zu lösen, vor denen heute die meisten großen Unternehmen stehen", erklärt Research Director Rikki Kirzner. "Der größte Teil der Web-Services-Vision ist nicht als pure Spekulation. Niemand denkt ernsthaft darüber nach, was überhaupt machbar ist und was es kosten würde, diese Vision zur vollen Nutzung im offenen Internet auszubauen."

Um die "Software-als-Services"-Vision zu erfüllen, müssten Web-Services primär aus Software-Komponenten und -Elementen aufgebaut sein, die identifiziert, lokalisiert, abgerufen und dynamisch zu anpassbaren, "schlüsselfertigen" Anwendungen zusammengesetzt würden. Leider lasse sich diese Vision und dieses Modell von Web-Services nicht zur Gänze mit aktuellen Technologien und Entwicklungsmethoden umsetzen. Außerdem ziehe die gemeinsame Verwendung von Komponenten und Daten eine Reihe komplizierter geschäftlicher, rechtlicher und vertraglicher Fragen nach sich.

IDC glaubt daher, dass Web-Services zwar heute erfolgreich sein können, aber sich möglicherweise niemals in dem Maßstab durchsetzen werden, den seine Protagonisten versprechen. Neben technischen und wirtschaftlichen Hürden dürften sich im Zuge der weiteren Entwicklung unter andere Semantik, Standards, Sicherheit und Datenschutz als größere Stolpersteine erweisen. Das grundsätzliche Konzept von Web-Services bleibe aber ein überzeugender Weg, wie sich Unternehmen schneller und flexibler an veränderte Anforderungen anpassen könnten. Zunächst aber gelte es, realistische Erwartungen an die neue Technologie zu formulieren. (tc)