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IDC: Auch in Russland rollt der Rubel im E-Commerce

05.10.2000

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Ein Jahrzehnt nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion kommt auch in Russland der E-Commerce langsam aus den Startlöchern. Wie das Marktforschungsunternehmen International Data Corp. (IDC) ermittelte, sollen die über den elektronischen Handel erzielten Einnahmen in diesem Jahr rund 90 Millionen Dollar umfassen. Im vergangenen Jahr betrug der Umsatz in diesem Marktsegment noch zehn Millionen Dollar. Gemessen an den europäischen und asiatischen Wirtschaftsmächten sind dies natürlich immer noch bescheidene Zahlen. Doch im Vergleich zu 1998, als lediglich drei Millionen Dollar mit E-Commerce erwirtschaftet wurden, verzeichnet Russland hier enorme Wachstumsraten. IDC zufolge erzielen drei Viertel der Web-Portale ihre Einnahmen im Business-to-Consumer-Bereich. Ab 2002 prophezeien die Auguren eine deutliche Marktverschiebung in Richtung Business-to-Business-Projekte.

Die Gründe für die kümmerliche Entwicklung des elektronischen Handels sehen die Marktforscher vor allem in Russlands niedrigem Pro-Kopf-Einkommen, einer schlechten Telekommunikationsinfrastruktur und einer geringen Verbreitung von Kreditkarten in der Bevölkerung. Nach Angaben von IDC gibt es in Russland derzeit 3,1 Millionen Web-Nutzer. Dies entspricht etwa zwei Prozent der Bevölkerung. Im Vergleich zum Vorjahr ist damit die Verbreitung des Internet um 60 Prozent gestiegen (1,95 Millionen Surfer). Für das kommende Jahr erwarten die Analysten ein Wachstum von 40 Prozent. Gemessen an anderen ehemaligen Ostblockländern wie Ungarn (elf Prozent der Bevölkerung online) und Polen (4,5 Prozent) belegt Russland aber immer noch einen hinteren Rang.