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ICANN verschiebt Entscheidung über Mitbestimmung

15.03.2002

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Die Mitglieder der ICANN (Internet Corporation for Assigned Names and Numbers) konnten sich auf ihrem Frühjahrstreffen in Ghana nicht darauf einigen, wie die 500 Millionen Internet-Nutzer in Zukunft in Entscheidungen des Gremiums eingebunden werden sollen. Nun soll auf der nächsten Konferenz, die voraussichtlich im Juni in Rumänien stattfinden wird, eine Lösung gefunden werden.

Bereits Anfang März hatte der US-Geschäftsführer der Organisation, Stuart Lynn, vorgeschlagen, die fünf frei gewählten Interessenvertreter der Netzgemeinde durch Regierungsmitglieder zu ersetzen. Dies war auf heftigen Widerstand gestoßen. Andy Müller-Maguhn, Sprecher des Hamburger Chaos Computer Clubs (CCC) und einer der frei gewählten Vertreter, bezeichnete Lynns Vorschlag als "offensichtliche Versuche, mithilfe von ICANN das Internet einerseits in ein Shopping-Mall, andererseits in einen Polizeistaat zu verwandeln" (Computerwoche online berichtete).

In Ghana wiederholte Lynn, dass die bisherige Zusammensetzung der ICANN nicht praktikabel sei. Man müsse konkrete technische Aufgaben lösen und sei nicht dazu da, um Demokratie zu exerzieren. Die Organisation verwaltet unter anderem das "Root Name Server System", das aus 13 weltweit verteilten Highend-Rechnern besteht. (lex)