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IBMs Power5+-Prozessor skaliert bis zu vier Rechenkerne

04.10.2005

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - IBM stellte die Weiterentwicklung "Power5+" der derzeitigen CPU für Unix- und Linux-Rechner vor. Sie wird nicht im 130-Nanometerverfahren gefertigt wie die Power-5-Chips sondern mit 90 Nanometer breiten Leiterbahnen, was sie um rund ein Drittel kleiner macht. Deshalb konnte der Hersteller die Taktrate von 1,5 auf 1,9 Gigahertz anheben. Die Stromaufnahme der neuen CPU liegt bei zirka 70 Watt. IBM hat zudem eine abschaltbare Stromsteuerung eingebaut, die nicht benötigte Prozessorfunktionen, etwa die Fließkommaberechnung, abschaltet und je nach Applikation 20 bis 30 Prozent Einsparung bringt. Neu ist auch die Möglichkeit, den Prozessor als "Quad-Chip-Modul" zu implementieren: Ein Modul enthält zwei Prozessoren, die jeweils zwei Rechenkerne enthalten.

Big Blue stellte die ersten Systeme vor, die mit der Power5+-CPU arbeiten und ab dem 14. Oktober verfügbar sein sollen:

- "Intellistation Power 285" nennt sich die lang erwartete neue Workstation, die angeblich doppelt so leistungsstark sein soll wie Suns "Blade 2500";

- "P5-550Q" ist der Server im Format 4 U, der mit dem Quad-Modul bestückt ist, wobei die Prozessoren nur auf 1,5 Gigahertz getaktet sind;

- "P5-550" und "P5-520" kommen ebenfalls im vier Höheneinheiten belegenden Rack-Format und sollen als Applikations- oder Datenbank-Server eingesetzt werden;

- "P5-575", das derzeitige Flaggschiff der 5+-Serie, das ein 24-Zoll-Rack benötigt und dort zwei Höheneinheiten belegt. Das 16-Wege-System soll für rechenintensive Aufgaben oder für Supercomputer-Anwendungen genutzt werden;

- "p5-505", der in der "Pizzabox" nur eine Höheneinheit im 19-Zoll-Rack belegt und vor allem dem Mittelstand angeboten wird. Die Einstiegskonfiguration, bei der ein Rechenkern abgeschaltet ist, ist für 3750 Dollar zu haben - deutsche Preise sind noch nicht bekannt.

"Damit können jetzt auch kleine Unternehmen von den Partitionierungsfähigkeiten der CPU profitieren und zahlen dann nur 375 Dollar für jeden der zehn möglichen logischen Server", rechnete Klaus Gottschalk, IBM System Architekt, bei der Power-5+-Präsentation vor.

Big Blue hat zudem einen Browser-basierenden "Virtualisierungs-Manager" in die Systeme integriert, mit dem die Partitionierung erledigt wird, so dass eine Hardware-Konsole dafür überflüssig wird. Zudem sollen alle neuen Server mit dem "IBM Director" ausgeliefert werden, der - auch über Plattformgrenzen hinweg - System-Management-Funktionen übernimmt. IBM bietet alle Systeme mit AIX oder wahlweise Linux an. (kk)