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IBM zeichnet Bauplan für autonomes Computing

04.04.2003

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Geht es nach IBM, dann lösen Computersysteme Probleme künftig weitgehend autark. Der Konzern arbeitet an einem Blueprint für das "Autonomic Computing". Dabei identifizieren Hard- und Softwarekomponenten, etwa Datenbanken, Server, Storage-Geräte und Middleware, Probleme wie Performance-Engpässe selbstständig und leiten automatisch entsprechende Gegenmaßnahmen ein. Das IT-Management soll Leistungskennzahlen für Systeme, wie etwa eine Web-Applikation, definieren. Verschlechtern sich die Antwortzeiten der Site, bindet die Umgebung selbstständig zusätzliche Server ein.

Der Blueprint soll Kunden sowie Entwicklern aufzeigen, wie Produkte unterschiedlicher Hersteller verbunden werden müssen, um die Idee der selbstheilenden IT umzusetzen, erläutert Alan Ganek, Vice President für Autonomic Computing.

Die Firma hat darüber hinaus vier Techniken für das automatisiertes System-Management vorgestellt:

Ein Log- und Trace-Werkzeug soll Probleme aufspüren beziehungsweise Software debuggen.

Eine Regel-Engine für komplexe Analysen, bei denen Softwareagenten Daten aus Systemen sammeln und mit Erfahrungswerten vergleichen ist Teil des "Agent Building and Learning Environment" (ABLE).

Eine Monitoring-Engine, die mit dem Produkt "Tivoli Monitoring" angeboten wird, soll Ursachen von Fehlfunktionen herausfinden sowie solche Ereignisse korrelieren.

Das Produkt "Business Workload Management" ist ein Bestandteil der Software "Tivoli Monitoring for Transaction Performance 5.2", die laut IBM in der zweiten Jahreshälfte auf den Markt kommen wird. Diese Komponente bedient sich des Standards "Application Resource Measurement" (ARM), um die Gründe Flaschenhälse aufzudecken beziehungsweise IT-Ressourcen anzupassen.

Teil des IBM-Blueprints ist ferner die Spezifikation Open Grid Systems Architecture (OGSA). Grid Computing soll es Firmen erlauben, Rechner- sowie Speicherkapazitäten je nach Bedarf über das Internet abzurufen.

Weitere Details will der Hersteller auf der Entwicklerkonferenz Developer Works Live vom 9. bis 12. April in New Orleans vorstellen. (fn)