Software nur noch als Download-Angebot

IBM verabschiedet sich langsam von OS/2

10.01.2003
MÜNCHEN (CW) - Nachdem IBM eine Liste mit rund 300 OS/2-Softwareprodukten veröffentlichte, die ab März 2003 nicht mehr verfügbar sein sollen, verbreiteten sich Gerüchte über das Ende des Betriebssystems. Die Verantwortlichen aus Armonk betonen jedoch, OS/2 auch künftig anbieten zu wollen.

"Es gibt keine Pläne, OS/2 einzustellen", beteuert Unternehmenssprecher Steve Eisenstadt. IBM werde das Betriebssystem so lange anbieten und unterstützen, wie die Kunden wünschten. Die Tatsache, dass Softwareprodukte für OS/2 ab nächstem Jahr nicht mehr von IBM direkt zu haben sind, bedeute keineswegs das Ende.

Entsprechende Gerüchte waren aufgekommen, nachdem Big Blue eine Liste mit Softwareprodukten im Internet veröffentlicht hatte, die ab März 2003 nicht mehr von IBM zu bekommen sein werden. Das betreffe jedoch nur den Vertrieb der Software als Kartonware, erläutern die Verantwortlichen. Andere Vertriebsmodelle wie zum Beispiel Download-Möglichkeiten soll es auch in Zukunft geben. Auch Handbücher werde es demnächst nur noch in elektronischer Form geben. Über IBM-Partner sei außerdem der Vertrieb der OS/2-Software auch künftig gewährleistet.

Experten gehen trotz der gegenteiligen Beteuerungen von IBM-Seite davon aus, dass der Hersteller sein Betriebssystem, mit dem heute kaum noch Geschäft gemacht wird, schleichend einstellen möchte. Vor allem Banken und Telefongesellschaften setzten wegen seiner Stabilität auf das erste Multitasking-fähige 32-Bit-PC-System. Im Consumer-Segment konnte es sich nicht gegen die Windows-Varianten des Konkurrenten Microsoft durchsetzen, der urspünglich an der Entwicklung von OS/2 beteiligt war. (ba)