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IBM und Intel wetteifern um das Wall-Street-Backend

20.06.2002

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - IBM eröffnet demnächst in seiner Manhattaner Niederlassung (590 Madison Ave, zwischen Trump World Tower und Sonys US-Zentrale) ein Linux-Testcenter. Dort sollen vor Kunden aus der Finanzindustrie die Möglichkeit erhalten, Anwendungen und Lösungen auf Basis des Open-Source-Betriebssystems auszuprobieren. Nach Angaben von Big Blue nutzen bereits 40 seiner Kunden aus dem Bereich Finanzdienstleistungen Linux; allein 20 von ihnen haben ihren Sitz in New York. In dem neuen Linux Center of Competence (CoC) installiert IBM eServer und Mainframes mit Linux, der hauseigenen Middleware (Websphere, Lotus, Tivoli) sowie der Datenbank DB2 und Software von Partnern. Kunden können ihre eigenen Anwendungen testen und tunen, bei Bedarf geben Mitarbeiter von Global Services Hilfestellung. Um die Pflege der Linux-Installationen kümmert sich übrigens Suse.

Auch Intel engagiert sich verstärkt im Backend der Wallstreet. Der Halbleiterkonzern erweitert seine Zusammenarbeit mit Reuters, um dessen Produkte und Plattformen für die Intel-Architektur zu optimieren. Dieser Schritt zielt hardwareseitig eindeutig gegen Sun, dessen RISC-Maschinen im Finanzumfeld traditionell weit verbreitet sind. Die Finanzdienstleister geben jährlich rund 26 Milliarden Dollar für IT aus. Den Trend zu Linux hat aber auch Reuters bemerkt. Der Informationsdienstleister hatte erst kürzlich angekündigt, seine Software zum ersten Quartal kommenden Jahres auch für das quelloffene Unix anzubieten (Computerwoche online berichtete). Die Kunden nutzten Linux, um Aufwand und Kosten zu konsolidieren, erklärte Marketing-Chef Alexander Hungate.

(tc)