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IBM und CSC bauen Indien-Aktivitäten aus

12.03.2004

Obwohl die zunehmende Verlagerung von US-amerikanischen IT-Jobs in Offshore-Länder stark kritisiert wird, forcieren IBM und CSC ihre Aktivitäten in Indien. Wie das "Wall Street Journal" berichtet, will Big Blue seine Belegschaft im ostindischen Kalkutta bis Jahresende auf 4.000 Personen aufstocken. Derzeit beschäftigt der IT-Konzern in Kalkutta rund 1.800 Mitarbeiter. Diese sind überwiegend als Softwareentwickler für die Dienstleistungssparte IBM Global Services und deren Kunden tätig.

IBMs Pläne wurden durch eine Informationsbroschüre der Regierung von Westbengalen bekannt, in der um Investoren geworben wird. Darin heißt es, Kalkutta sei wegen den (für Indien) vergleichsweise niedrigen Lohnkosten und der großen Anzahl an gut ausgebildeten IT-Fachkräften ein attraktives Ziel. Offiziell hat der Konzern die Neueinstellungen aber nicht bestätigt.

Der IT-Dienstleister Computer Sciences Corp. (CSC) will angesichts der Offshore-Pläne von Konkurrenten wie IBM und EDS nicht zurückstehen. Wie das Unternehmen bekannt gab, soll die Belegschaft in Indien in den kommenden zwei Jahren auf 5.000 Beschäftigte verdreifacht werden. Geplant ist eine neue Niederlassung in Südindien. Trotz des massiven Ausbaus der Aktivitäten in Indien wollen die Kalifornier aber auf Entlassungen in den USA verzichten.

Wahrscheinlicher Grund dafür ist die wachsende Zahl von Gesetzesentwürfen in den Vereinigten Staaten, mit denen der Abbau einheimischer Arbeitsplätze durch Einschränkung des Offshore-Outsourcing gestoppt werden soll. So enthält der US-Haushaltsentwurf für 2004 eine Passage, in der vorgeschlagen wird, Unternehmen mit Offshore-Aktivitäten von Ausschreibungen bei Regierungsprojekten auszuschließen. Die Regelung hätte ernste Konsequenzen für CSC, das inzwischen mehr als ein Drittel seiner Einnahmen mit Behördenaufträgen erzielt. (mb)