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IBM überrascht mit steigendem Quartalsgewinn

15.04.2003

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Dem Computerkonzern IBM gelang es im ersten Quartal 2003 erstmals seit knapp zwei Jahren wieder, seinen Gewinn im Vergleich zur entsprechenden Vorjahresperiode zu steigern: Der Nettoprofit kletterte um zirka 16 Prozent von 1,2 Milliarden auf 1,4 Milliarden Dollar oder 79 (69) Cent pro Aktie. Big Blue profitierte dabei von zwei großen Zukäufen und Kostensenkungen, während die Verluste des inzwischen abgestoßenen Festplattengeschäfts den Profit im Vorjahresquartal deutlich belastet hatten. Auf Basis fortlaufender Geschäfte verblieb IBM aber immerhin noch ein Gewinnwachstum von acht Prozent. Allerdings lag das Ergebnis leicht unter den Erwartungen der Analysten, die laut Umfrage von First Call Thomson im Schnitt mit einem Plus von 80 Cent je Anteilschein gerechnet hatten.

Mit einem Quartalsumsatz von 20,1 Milliarden Dollar übertraf Big Blue dagegen über der mittleren Prognose der Wall Street von 19,9 Milliarden Dollar. Gleichzeitig stiegen die Erlöse trotz schwieriger Rahmenbedingungen die Einnahmen im Vorjahresquartal (18,8 Milliarden Dollar) um elf Prozent. Grund sind vor allem die guten Geschäften der Dienstleistungs- und Softwaresparte. So erzielte IBM Global Services ein Umsatzwachstum um 24 Prozent auf 10,2 Milliarden Dollar, ein Großteil davon ist auf die Übernahme von PwC Consulting zurückzuführen. Die Einnahmen der hochprofitablen Softwaresparte legten um acht Prozent auf 3,1 Milliarden Dollar zu. Dabei verbuchten die Armonker einen zweistelligen Umsatzzuwachs bei ihren Websphere-Produkten und dem Datenbanksystem DB2,während die Erlöse bei Lotus und Tivoli um ein beziehungsweise zwölf Prozent zurückgingen. In der Hardwaresparte sanken die Einnahmen um ein Prozent auf 5,8 Milliarden Dollar. Dabei

registrierte IBM bei meisten Serverprodukten einen Umsatzzuwachs, während die Erlöse im Mainframe-Bereich schrumpften, da viele Kunden den Start der neuen Produktreihe T-Rex im zweiten Quartal abwarteten.

Auch der im Vergleich zu Euro und Yen deutlich schwächere Dollar wirkte sich positiv auf den Umsatz aus. Zwar kletterten die Einnahmen in Nord- und Südamerika gegenüber der Vorjahresperiode um fünf Prozent auf 8,6 Milliarden Dollar und steuerten damit noch immer den Großteil zu den Gesamterlösen bei. In der Region Europa, Naher Osten und Afrika (EMEA) verzeichnete der Konzern jedoch mit einem Zuwachs um 23 Prozent auf 6,3 Milliarden Dollar ein deutlich stärkeres Wachstum. In Asien stiegen die Erlöse um 14 Prozent auf 4,5 Milliarden Dollar.

In Anbetracht der guten Ergebnisse zeigte sich Finanzchef John Joyce zuversichtlich, die Analystenprognosen für das Gesamtjahr 2003 zu erfüllen. Die von First Call Thomson befragten Finanzexperten rechnen im Schnitt, dass IBM bei 88,1 Milliarden Dollar Umsatz einen Gewinn von 4,32 Dollar pro Aktie erzielen wird. Im Vorjahr hatte Big Blue bei 81,2 Milliarden Dollar hohen Einnahmen einen Profit von 3,95 Dollar je Anteil geschrieben. Eine Prognose für das laufende zweite Quartal gab Joyce nicht ab. (mb)