Watson Health

IBM soll Gesundheitsdaten von Apple-Geräten auswerten

14.04.2015
Von 
Thomas Cloer war Redakteur der Computerwoche.
Apple holt sich für die Auswertung von Gesundheitsdaten seiner Nutzer Hilfe von IBM.

Der Computerkonzern soll mit seinen gewaltigen Rechenkapazitäten die Informationen analysieren. Die Daten sollen nur mit ausdrücklicher Zustimmung der Patienten anonymisiert und sicher gelagert werden, betonte IBM am späten Montag. Darauf könnten dann Forscher sowie Entwickler von Fitness- und Gesundheits-Apps zugreifen. Der Computerkonzern will im Rahmen seiner Partnerschaft mit Apple auch Fitness-Apps für den Einsatz in Unternehmen entwickeln.

Apple-Nutzer können mit HealthKit ihre Gesundheits-Daten sammeln und verknüpfen. Dort werden Daten aus verschiedenen Apps zusammengeführt, die zum Beispiel Schritte oder Kalorien zählen. Zudem gibt es mit ResearchKit die Möglichkeit, anonymisierte Informationen für Forschungszwecke bereitzustellen.

IBM hat für seine Aktivitäten im Gesundheitssektor die neue Sparte Watson Health gegründet. Neben Apple arbeitet "Big Blue" dort außerdem noch mit Johnson & Johnson sowie mit Medtronic zusammen, die Diabetes- und Reha-Daten beisteuern. Die Erlöse aus dem Verkauf von Apps wollen die Partner sich einem Bericht des "Wall Street Journal" zufolge teilen. IBM hat außerdem die beiden Firmen Explorys und Phytel gekauft, die medizinische Daten von mehr als 50 Millionen Patienten besitzen.

"Das Gesundheitswesen ist stark fragmentiert und es werden kaum Daten ausgetauscht. Die Ergebnisse sind nicht akzeptabel und die Kosten schon gar nicht", zitiert die Zeitung den IBM-Manager John Kelly. "Wir sehen, dass die Gesundheitsfürsorge zunehemend informationsbasierter wird, und damit kann dann auch die IBM ins Spiel kommen."

In den USA gibt es schon mehrere andere Big-Data-Initiativen im Gesundheitswesen. Bei Optum Labs beispielsweise arbeiten UnitedHealth Group und Mayo Clinic zusammen. Durch die Verknüpfung von Versicherungs- und klinischen Daten wollen sie Muster aufspüren, um Krankheiten frühzeitig zu entdecken und Behandlungen maßzuschneidern. In dem von Präsident Barack Obama früher in diesem angekündigten Forschungsprogramm Precision Medicine werden genetische Daten mit Informationen aus Fitness-Trackern kombiniert. (mit dpa-Material)