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IBM sagt: Tschüs, Itanium

28.02.2005

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Mit der dritten Generation seines Chipsets "Enterprise X Architecture" (EXA), die unter der Bezeichnung "X3" in der vergangenen Woche vorgestellt wurde (Computerwoche.de berichtete), unterstützt IBM nicht mehr die reine 64-Bit-Architektur "Itanium" von Intel, sondern nur noch dessen "Xeon"-Prozessoren. "Wir haben die Itanium-Unterstützung bei X3 aufgegeben", erklärte Tom Bradicich, Big Blues Chief Technology Officer für die xSeries-Server. "Das ist ein Ergebnis der Marktakzeptanz des Itanium." Es sei aber natürlich möglich, in einem Nachfolger des X3-Chipsets den Itanium-Support wieder einzuführen, wenn es entsprechende Nachfrage gebe, so Bradicich weiter.

Danach sieht es aber nicht aus. Insider gehen sogar davon aus, dass IBM künftig überhaupt keine Itanium-Server (bislang gibt es den "x455") mehr offerieren wird. "IBM hat mir gegenüber gesagt, sei hätten keinerlei Pläne für andere Itanium-Systeme", sagt beispielsweise Illuminata-Analyst Gordon Haff unter Berufung auf eine Diskussion mit Jay Bretzmann, Produkt-Marketing-Manager für die xSeries.

Andere Insider gehen davon aus, dass IBM nur bis zum Erscheinen des Dual-Core-Itaniums "Montecito", der eine deutlich höhere Leistung als Intels bisherige 64-Bit-Chips bieten soll, keine neuen Itanium-Maschinen herausbringen wird. IBM selbst wollte die Angelegenheit gegenüber "Cnet" ebenso wenig kommentieren wie Intel.

So oder so ist die bislang sehr zurückhaltende Unterstützung der Armonker wenig verwunderlich, denn der Itanium zielt direkt auf die Ablösung bisheriger RISC-Architekturen und somit auch gegen IBMs eigene "Power"-Chips, die der Konzern in der "pSeries" und "iSeries" sowie in seinen Bladeservern verbaut und die damit ein zentrales Element seiner Produktstrategie darstellen. (tc)