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IBM-Prozessor Power-PC in neuen Leistungsklassen

11.07.2005

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Mit Apple ist zwar ein wichtiger Kunde abgesprungen, aber IBM entwickelt den Power-PC in zwei zentrale Richtungen weiter: Mehr Leistung durch Bündelung mehrerer Rechenkerne und weniger Stromverbrauch. Auf dem "Power Everywhere Forum" in Tokio stellte Big Blue zwei neue Typen der CPU vor.

Der "Power-PC 970MP" besitzt zwei Rechenkerne (Cores) des "Power-PC 970FX". Doch während dieser 512 KB Level-2-Cache hat, stehen bei dem neuen Prozessor jedem Core 1 MB L2-Cache zur Verfügung. Das führt nach Angaben von IBM dazu, dass sich die Rechenleistung gegenüber dem Vorgänger sogar mehr als verdoppelt.

Gleichzeitig hat der Power-PC970 MP eine Technik mitbekommen, welche den Stromverbrauch und die Hitzeentwicklung in mehreren Stufen verringert, wenn der Chip nicht unter Volllast arbeitet. Zunächst werden bei beiden Rechenkernen die anliegende Spannung und die Taktfrequenz - den Prozessor wird es in Varianten von 1,4 bis 2,5 Gigahertz geben - heruntergefahren. Des Weiteren kann jeder Core in einen Stand-by-Modus geschaltet werden, während der andere weiterarbeitet. Als letzte Maßnahme lässt sich jeder Rechenkern komplett ausschalten.

Ein Teil dieser Technik findet sich wieder in einer Strom sparenden Version des Power-PC 970FX. Diese Variante verbraucht weniger als 20 Watt. Nach IBM-Angaben sind es unter typischen Workloads 13 Watt bei 1,4 Gigahertz und 16 Watt bei 1,6 Gigahertz. Zum Vergleich: Intels Stromspar-Prozessor Pentium M verbraucht 27 Watt.

Die von IBM initiierte Industrievereinigung "Power.org" begrüßte in Tokio drei neue Mitglieder: Denali Software, den IT-Dienstleister HCL Technologies und Xilinx, einen Hersteller von integrierten Schaltkreisen. Das Konsortium wurde Ende letzten Jahres zur Entwicklung von Anwendungen für den Power-Prozessor gegründet. Neben IBM gehören ihm unter anderen Sony, Cadence Design Systems, Novell und Red Hat an. (ls)