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IBM-Pläne für künftige Blade-Server

21.10.2005

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Vor rund einem halben Jahr hat er die Gesamtverantwortung für das "Bladecenter"-Business übernommen, jetzt legte IBMs Vice-President Doug Balog das von ihm vorgesehene weitere Vorgehen auf den Tisch.

Nach den Vorgaben von Balog soll im nächsten Jahr ein neues Blade-Chassis auf den Markt kommen. Chassis nehmen Blades auf und haben in ihrer Tiefe Komponenten für Stromversorgung und externe Kommunikation, an die alle Blades in ihnen über eine "Backplane"-Steckverbindung angebunden sind. 2006 soll nun ein neuer Chassis-Typ auf den Markt kommen, der deutlich kommunikationsfreudiger sein soll. Denn angeblich wird er Daten mit einer Geschwindigkeit von 40 Gigabit pro Sekunde transferieren, genau zehnmal schneller als beim heutigen IBM-Chassis - und damit besser geeignet für Infiniband-Verbindungen. Gleichwohl sollen die Produkte rückwärts- und vorwärtskompatibel sein. Das heißt: Alte Blades werden ebenso in das neue Chassis passen wie neue Blades in die alten "Server-Truhen".

Bezüglich der künftigen Blades kündigte Balog für Anfang des kommenden Jahres Ausführungen mit dem IBM-Prozessor PowerPC 970MP an. Dies ist die mit zwei Rechenkernen ausgestattete Variante jenes Chips, der in den aktuellen "JS20"-Blades arbeitet. Außen vor sind in den IBM-Plänen hingegen Intel-basierende Blades mit den kürzlich vorgestellten Dual-Core-CPUs der "Paxville"-Reihe Xeon DP und Xeon MP (siehe: "Intel jagt AMDs Dual-Core-CPUs hinterher"). Dieser Chiptyp sei bei Intel, so Balog, "ein Lückenfüller", der "nicht sinnvoll" sei.

Stattdessen werde IBM auf die Dual-Core-Nachfolge-Generation "Dempsey" warten. Diese soll Anfang nächsten Jahres auf den Markt kommen und eine fast lineare Verdoppelung der Performance gegenüber der Single-Core-Ausführung mit sich bringen. Auch wenn sich IBM-Manager Balog hinsichtlich Dempsey-basierender Blades nur sehr vage äußerte, scheint es wahrscheinlich, dass Big Blue diesen Prozessor für Zwei-Wege-Blades verwenden wird. Denn Balog hob hervor, dass 90 Prozent der Blades von IBM mit zwei Prozessoren ausgeliefert werden. Solche Server wären mit Dual-Core-CPUs faktisch Vier-Wege-Maschinen, die in der Blades-Klasse noch selten sind und für diese Produktkategorie sehr voluminös ausfallen. (ls)