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IBM nutzt US Open für Symphony-Demonstration

02.09.2003

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - IBM wird im kommenden Monat Application-Provisioning-Software auf den Markt bringen, deren Grundlage der Konzern im vergangenen Mai mit der Übernahme der kanadischen Softwareschmiede Think Dynamics zugekauft hatte. Das erste Produkt heißt "Tivoli Intelligent Orchestration" und kann einer Anwendung je nach Auslastung zusätzliche Server zu- und abschalten. Es soll den Grundstein eines umfangreicheren Portfolios von Produkten und Services bilden, die gegenwärtig unter dem Codenamen "Symphony" entwickelt werden.

Bereits zum Einsatz kommt Tivoli Intelligent Orchestration in dieser Woche auf einem Cluster von 16 pServern, auf dem verteilt die Website des Tennisturniers US Open läuft. Die Server stehen in Rechenzentren von Big Blue in Raleigh, Boulder sowie St. Louis. Im vergangenen Jahr wurden während des Turniers 125 Millionen Web-Seiten serviert, wobei die Auslastung - unter anderem aufgrund des langen Labor-Day-Wochenendes sehr unterschiedlich ausfiel. In diesem Jahr wird die ungenutzte Kapazität für Proteinberechnungen im Rahmen wissenschaftlicher Krebsforschung genutzt.

Tivoli Intelligent Orchestration läuft zunächst auf IBMs Intel- und Unix-Servern, soll Ende des Jahres aber auch i- und zSeries unterstützen. Versionen auf Fremdplattformen wie Sun-Server sind gleichfalls in Planung. Das Produkt lässt sich graduell einführen und beispielsweise zunächst in einem Ratgeber-Modus betreiben. Sobald der Kunde den vorgeschlagenen Aktionen vertraut, kann er sie dann automatisch ausführen lassen. Die Software ist auch in der Lage, die Funktion eines Servers komplett zu ändern, indem ein neues Betriebssystem und Software aufgespielt werden.

Speicherseitig werden zunächst direkt angeschlossene und Network Attached Storage (NAS) unterstützt, SAN-Support (Storage Area Network) ist für Ende des Jahres avisiert. Der Preis für Tivoli Intelligent Orchestration hängt von der Zahl zu verwaltender Server ab, eine typische Installation für zehn Maschinen schlägt mit 20.000 bis 50.000 Dollar zu Buche. (tc)