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IBM nutzt leistungsstärksten Emulator für die Entwicklung seiner Server

01.12.2004

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Für die Entwicklung aller ihrer Serversysteme bis zu den "z990"-Mainframes setzt die IBM in ihrem Competence-Center in Böblingen die leistungstärksten Emulationssysteme ein, die es momentan am Markt gibt. Diese Kombination aus Hard- und Software hat Big Blue gemeinsam mit Cadence Design Systems entworfen.

Das momentan stärkste Emulationssystem arbeitet hardwareseitig mit 884.736 Spezialprozessoren. Jeweils 1.536 dieser CPUs sind auf einem Multi-Chip-Modul (MCM) integriert, insgesamt involviert der Emulator also 576 MCMs. Diese wiederum wurden auf 16 Prozessor-Boards installiert.

Mit diesem Emulator simuliert IBM die Systemanforderungen für die verschiedenen Server von Big Blue von den i- über die p-Server bis zu den "z-Series"-Mainframes, den "T-Rex"-Großrechnern. Die im Emulator zum Einsatz kommenden Prozessoren entstammen einer Gemeinsschaftsentwicklung von IBM und Cadence.

Big Blue sagte, dass durch die neuen Emulatoren die Entwicklungszeit für künftige e-Server - einem Gattungsbegriff, unter den die IBM alle ihre Serverfamilien zusammenfasst - um rund zwei Monate verkürzt werden würde.

Der Emulator simuliert dabei die Zusammenarbeit sämtlicher Komponenten eines Servers, also nicht nur der Prozessoren, sondern auch der Peripheriekomponenten, mit dem internen Programmcode. Im Emulator entsteht so ein Modell, das die Prozessoren des erst noch zu entwickelnden Servers repräsentiert. Mittels eines Compilers wird dann die Hardware in Boolschen Operatoren - also etwa "AND" oder "OR" - dargestellt. Die Funktionalität der Hardware kann sodann in einem sequentiellen Programm abgebildet werden. Im Modell läuft auf dem Emulator dann die Firmware ab, als ob der erst noch zu entwickelnde Server bereits physisch existieren würde.

Vor der Markteinführung eines Servers müssen hochkomplexe Testverfahren realisiert werden. Auch hierzu dient das Emulationssystem. Kunden kann IBM außerdem auf solch einem Modell bereits zukünftige Server präsentieren. So können auch Bedürfnisse von Anwendern im Designstadium bereits berücksichtigt werden. (jm)