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IBM liefert Prozessoren an Nintendo

14.05.1999
Goldrausch bei Spielekonsolen

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) – IBM wird künftig Prozessoren für die Spielekonsolen von Nintendo liefern. Die Unternehmen schlossen einen mehrjährigen Vertrag über eine Milliarde Dollar. Als Herzstück der für den Herbst 2000 angekündigten Konsole "Dolphin" schlägt dann ein mit 400 Megahertz getakteter Power-PC-Chip in 0,18-Mikron-Kupferausführung. IBM wird den "Gekko"-Prozessor speziell für Nintendo entwickeln und fertigen, seine Geschwindigkeit ist vergleichbar mit den leistungsfähigsten CPUs, die gegenwärtig in Apple-Rechnern zum Einsatz kommen. Für den langjährigen Prozessorlieferanten von Nintendo, die SGI-Tochter MIPS, kann der IBM-Deal fatale Folgen haben. Im vergangenen Jahr erwirtschaftete das Unternehmen rund 75 Prozent seiner Umsätze mit Nintendo.

Die Spielekonsolen der nächsten Generation werden kaum noch von "normalen" Heim-PCs zu unterscheiden sein. Sie verfügen über DVD-Laufwerke, USB-Ports sowie digitalen Raumklang und bieten die Möglichkeit, Musik oder Videos abzuspielen. Eine erste Kriegserklärung an die Heim-PC-Hersteller haben jetzt die Firmen Sega und British Telecom (BT) unterzeichnet. Besitzer der Konsole "Dreamcast" können, so die Unternehmen, ab September kostenlos im Internet surfen. Der Service soll auch in Deutschland gelten und basiert auf dem pan-europäischen Netzwerk von BT. Dreamcast wird rund 600 Mark kosten und enthält ein 33,6-Kbit/s-Modem sowie den obligatorischen Web-Browser. Nutzer müssen weiterhin die Verbindungspreise an ihre jeweiligen Carrier bezahlen, zusätzliche Gebühren werden nicht fällig. Die 128-Bit-Maschine Dreamcast läuft auf einem SH-RISC-Prozessor von Hitachi und dem Betriebssystem Windows CE aus dem Hause Microsoft.