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IBM lagert Desktop-Produktion an Sanmina-SCI aus

09.01.2002
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MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Um seine Kosten zu senken, will IBM die Produktion seiner "Netvista"-Desktops weitgehend an den Auftragsfertiger Sanmina-SCI auslagern. Einen entsprechenden Outsourcing-Vertrag mit einer Auftragssumme von fünf Milliarden Dollar und einer Laufzeit von drei Jahren haben beide Unternehmen bereits unterzeichnet. Im Rahmen der Vereinbarung wird Sanmina die IBM-Fabriken in Research Triangle Park, North Carolina, sowie im schottischen Greenock für rund 200.000 Dollar in bar übernehmen. Alle 1000 Mitarbeiter werden ihren Arbeitsplatz zu den gleichen Konditionen behalten und lediglich den Arbeitgeber wechseln, hieß es. IBM plant, seine Desktop-Produktionsstätte im mexikanischen Guadalajara, die den südamerikanischen Markt mit Computern versorgt, vorerst zu behalten. Angeblich erwägt der IT-Konzern jedoch auch hier mittelfristig

Outsourcing-Alternativen.

Die Produktion der "Thinkpad"-Notebooks ist von dem Deal mit Sanmina-SCI nicht betroffen. Diese Sparte will IBM im Unternehmen behalten, da es in diesem Bereich weiterhin Möglichkeiten zu Innovationen gebe. Desktop-Komponenten hingegen seien inzwischen zu Austauschware geworden, erklärte Fran O‘Sullivan, IBMs General Manager für PC-Produkte und Services.

Der wachsende Konkurrenzdruck vor allem durch Direktverkäufer Dell hat Big Blues Entscheidung zur Auslagerung seiner Desktop-Fertigung offenbar beschleunigt. Neu ist der Trend in der Branche indes nicht: Hewlett-Packard beispielsweise lässt bereits nahezu alle PCs extern fertigen und IBM selbst produziert seine Motherboards ebenfalls nicht mehr selbst.

Sanmina hat sein Marktvolumen im vergangenen Sommer durch die Übernahme des Rivalen SCI Systems verdoppelt. Die Fusion der Unternehmen wurde unlängst abgeschlossen. Sanmina-SCI ist nach Solectron der weltweit zweitgrößte Auftragsfertiger. Auf den Rängen drei und vier folgen Flextronics und Celestica. (ka)