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IBM kündigt vertikale Grid-Lösungen an

27.01.2003
Nach Linux nimmt sich IBM jetzt Grid Computing vor. Mit zehn Branchenlösungen und Schützenhilfe spezialisierter Middleware-Anbieter will Big Blue die Technik auch im kommerziellen Umfeld etablieren.

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - IBM will das so genannte Grid Computing über dessen angestammte Wurzeln im Bereich Forschung und Wissenschaft hinaus auch der Wirtschaft schmackhaft machen. Zu diesem Zweck kündigt der Konzern heute insgesamt zehn vertikale Lösungen für die Branchen Luftfahrt, Automobilindustrie, Finanzmärkte, öffentlicher Dienst und Biowissenschaften an. Flankiert wird dies durch Reseller-Abkommen mit den Grid-Middleware-Anbietern Datasynapse und Platform Computing, die Big Blue bei der Einrichtung seiner Branchenlösungen unterstützen sollen. Weitere Partner sind Avaki, Entropia und United Devices.

Jede Menge weiterführender Literatur zum Thema Grid Computing gibt es hier.
Jede Menge weiterführender Literatur zum Thema Grid Computing gibt es hier.

"Ähnlich breit wie wir bereits das Thema Linux adressiert haben machen wir es jetzt mit Grid Computing", erklärte IBM-Sprecher James Larkin. "Hier geht es nicht um Produkte für Forschungslabors. Hiermit kann Ford seine Autos schneller bauen und Pfizer seine Medikamente schneller auf den Markt bringen."

In den adressierten Zielmärkten hat IBM eine Reihe von Fokusbereichen ausgemacht, nämlich Forschung und Entwicklung, Konstruktion und Design, Geschäftsanalyse, Unternehmensoptimierung sowie Entwicklung im öffentlichen Bereich. Davon ausgehend bieten die Armonker folgende Neuheiten an:

Finanzmärkte (Fokus Geschäftsanalyse): Das "Analytics Acceleration Grid" soll die statistische Fehlerrate senken und bei schnellerer Abwicklung einer größeren Anzahl von Handelsszenarien schnellere Handelsentscheidungen ermöglichen. Ergänzt wird dies durch das "IT Optimization" Grid, das Kunden dabei helfen soll, freie Rechen- und Speicherkapazitäten auszunutzen.

Biowissenschaften (Fokus Research & Development): Hier gibt es gleichfalls ein "Analytics Acceleration Grid", das aber anders als in der Finanzwelt die Auslastung von Computer- und Speicheressourcen optimieren und damit zu höherer Rechenleistung und schnelleren Ergebnissen bei der Entwicklung von Arzneimitteln führen soll. Ergänzend bietet IBM das "Information Accessibility Grid", welches laut Hersteller eine maximale Auslastung der Datenressourcen über das ganze Unternehmen hinweg ermöglicht.

Automotive/Luft- und Raumfahrtindustrie (Fokus Konstruktion und Design): Für beide Branchen hat IBM jeweils ein "Engineering Design Grid" sowie ein "Desing Collaboration Grid" entwickelt. Ersteres soll durch Data Sharing über alle Systeme hinweg und eine bessere Auslastung ungenutzter Ressourcen Design-Prozesse beschleunigen und damit die Time to market verkürzen. Das Collaboration Grid unterstützt Big Blue zufolge die Zusammenarbeit in Design-Projekten durch einfacheren Zugriff auf und Austausch von Daten zwischen Partnern.

Öffentliche Hand (Schwerpunkt Unternehmensoptimierung): Mittels des "Information Access Grids" sollen staatliche Institutionen bei effizienter Nutzung vorhandere Ressourcen ihre Datenbestände und andere Informationen über die gesamte Organisation hinweg zugänglich machen. Hierfür gebe es in der Lösung unter anderem ein zentrales Interface für Daten und Dateien, so IBM.

Als zehnte Lösung bezeichnen die Armonker drei Schulungen, die sie gemeinsam mit Globus zum Thema Grid Computing und "Globus Toolkit" anbieten. Es gibt eine Einführung sowie zwei Fortgeschrittenenkurse zu den Themen "Globus Developer Kit" und "Globus Administrator's Toolkit".

Datasynapse und Platform Computing haben mit IBM Master-Reseller-Verträge unterzeichnet und sich dem Business-Partner-Programm des Konzerns angeschlossen. Dies schließt gemeinsame Marketing- und Vertriebsaktivitäten ein. Datasynapse kommt aus New York und ist spezialisiert auf Finanzdienstleister und Energieversorger; Platform hat seinen Sitz im kanadischen Toronto und adressiert darüber hinaus die Fertigungsindustie, den öffentlichen Sektor sowie Life Sciences.

Beim Grid Computing werden verteilte Rechen- und Speicherkapazitäten über das Netz zu einem zentralen Ressourcen-Pool zusammgefasst, dem dann neue Aufgaben übertragen werden können. Um das Pooling und die Verwaltung dieser Jobs kümmert sich eine spezielle Middleware. Eine wichtige Rolle spielt hier stets die Software des Open-Source-Projekts Globus, dessen Toolkit mittlerweile Release-Stand 3.0 Apha erreicht hat. (tc)