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IBM kündigt erste Xeon-Server-Blades an

26.04.2002

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Im dritten Quartal dieses Jahres will auch IBM erste Blade-Server auf den Markt bringen. Die "BladeCenter"-Maschinen sollen auf Intels neuem "Xeon"-Prozessor, dem "Itanium" sowie Big Blues eigener "Power"-Linie basieren. Blades sind komplette Systeme auf einem Board, die neben mehreren anderen auf ein Schubchassis in einem Rack gesteckt werden. Anders als bei den alten "Pizzaschachtel-Stapeln" passen so mehrere hundert Server in ein Regal.

Mit Einzelheiten zu seiner BladeCenter-Strategie geht IBM allerdings bislang sparsam um. Nur so viel verrät Big Blue, dass sie E-Server-, Storage- und Netzwerk-Blades umfassen wird. Der erste BladeCenter-Server soll offenbar mit Intels "Prestonia"-Xeon-DP-Prozessor ausgestattet sein, der sich in Zwei-Wege-Konfigurationen einsetzen lässt, und unter Linux und Windows laufen. Ob die neuen IBM-Blades wie HPs "Powerbar"-Server (Computerwoche online berichtete) nach dem Busstandard "CompactPCI" ausgelegt sein werden, der von der TK- und Service-Provider-Branche entwickelt wurde, wollte IBM jedoch nicht sagen. Einige Beobachter vermuten, dass Big Blue wie Compaq und Sun Microsystems mit einer proprietären Technologie antreten könnte.

Obwohl die Blade-Technologie noch jung ist und es an Standards mangelt, stehen Blade-Server nach Ansicht der Gartner-Tochter Dataquest vor einem Boom. Das Verfahren sei, so Dataquest, attraktiv, weil es Platz und Strom spare, unkompliziert auszubauen und leicht zu administrieren sei. Nach Ansicht der Marktforscher werden in diesem Jahr fast 85.000 Blades ausgeliefert, 2006 sollen es dann über eine Million sein. (ka)