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IBM holt Großteil der ehemaligen PwC-Consulting-Kunden wieder zurück

07.03.2003

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - IBM hat nach eigenen Angaben inzwischen 70 Prozent der Kunden zurückgewonnen, die die Consulting-Sparte von Pricewaterhouse-Coopers (PwC) im vergangenen Jahr vor der Übernahme durch Big Blue verloren hatte. Ginni Rometty, General Manager von IBMs Business Consulting Services, erklärte dem "Wall Street Journal", der weltgrößte Computerkonzern habe zu diesem Zweck extra ein Programm gestartet. Das Resultat: Etwa 110 der 149 Kunden, die vor dem Merger auf die Consulting-Dienste von PwC verzichteten, da sie das Unternehmen gleichzeitig als Buchprüfer beschäftigten, hätten sich inzwischen IBMs Beratungssparte zugewandt.

Darüber hinaus schaffen es die Merger-Partner offenbar, im Verbund mehr Aufträge zu generieren als es ihnen als separate Unternehmensbereiche gelungen war. Nach Angaben eines IBM-Sprechers hat Business Consulting Services seit dem Zusammenschluss 36 Verträge im Wert von jeweils über einer Millionen Dollar abgeschlossen. Zuvor konnten sich die Beratungsparten von IBM und PwC jeweils nur sieben Deals dieser Größenordnung pro Quartal sichern.

Wie sich der 3,5 Milliarden Dollar schwere Merger auf die Bilanz von IBM auswirkt, ist allerdings unbekannt. Big Blue hält sich über die Ergebnisse der Geschäftseinheit bislang bedeckt und erklärte im vierten Quartal lediglich, dank PwC-Consulting sei die Beratungssparte um 56 Prozent gewachsen. Nach Ansicht von Analysten ist IBM Business Consulting Services mit einem geschätzten Jahresumsatz von über 15 Milliarden Dollar das derzeit weltgrößte Beratungsunternehmen. Die IBM-Sparte verweist damit Accenture auf den zweiten Platz, nachdem der ehemalige Consulting-Arm von Arthur Andersen im letzten Geschäftsjahr nur Einnahmen von 13,1 Milliarden Dollar erwirtschaftete. (mb)