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IBM erzielt höchsten Quartalsgewinn der Firmengeschichte

19.01.2005

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Der weltgrößte Computerkonzern IBM hat im Schlussquartal und im Gesamtjahr 2004 angesichts starker Ergebnisse aller Geschäftssparten kräftige Gewinn- und Umsatzsteigerungen verbucht. Besonders gut entwickelten sich das Software- und das Dienstleistungsgeschäft.

IBM hatte kürzlich angekündigt, dass die Personal-Computer-Sparte an den chinesischen PC-Hersteller Lenovo Group verkauft wird. Damit konzentriert sich der in Armonk, New York, ansässige Computerriese noch stärker auf seine ertragsstärksten Sparten. Mit PCs hatte das Unternehmen häufig nur wenig Geld verdient oder rote Zahlen geschrieben.

Im Oktober-Dezember-Abschnitt gab es einen Rekordgewinn von 3,1 Milliarden Dollar aus dem laufenden Geschäft. Das waren zwölf Prozent mehr als in der entsprechenden Vorjahreszeit. Der Gewinn pro Aktie legte auf 1,81 Dollar zu nach 1,56 Dollar im vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Die Wall Street hatte auf dieser Basis nur mit einem Gewinn von 1,76 Dollar je Aktie gerechnet. Der Quartalsumsatz erhöhte sich um sieben Prozent auf 27,7 Milliarden Dollar und stieg gegenüber den vorangegangenen drei Monaten sogar um 18 Prozent.

"Es war das bisher stärkste Quartal mit Gewinnen von erstmals mehr als drei Milliarden Dollar", freute sich Konzernchef Sam Palmisano. Er verwies auch auf die starke Bilanz und Marktanteilgewinne in Schlüsselmärkten.

Der Dienstleistungsumsatz erhöhte sich in dem Dreimonatsabschnitt um zehn Prozent auf 12,6 Milliarden Dollar. IBM holte mit seinen Dienstleistungsgeschäften Neuaufträge von 12,7 Milliarden Dollar herein und hatte zum Jahresende in diesem Geschäftsbereich einen beeindruckenden Auftragsbestand von 111 Milliarden Dollar. Dies ist inzwischen die mit Abstand größte und wichtigste IBM-Geschäftssparte. IBM betreibt für große und mittelgroße Unternehmen und andere Großkunden deren Informationstechnologiesparten und bietet ihnen auch Consulting sowie andere Dienstleistungen an.

Der Hardware-Umsatz, sprich das IBM-Geschäft mit den Rechnern, stieg um vier Prozent auf 9,5 Milliarden Dollar. Es gab bei bestimmten Server-Modellen starke Umsatzsteigerungen. Die Personal-Systems-Sparte, zu der auch der PC-Geschäftsbereich gehört, verbuchte eine bescheidene Umsatzsteigerung von zwei Prozent auf 3,5 Milliarden Dollar. Der Softwareumsatz legte im Schlussquartal 2004 deutlich um sieben Prozent auf 4,5 Milliarden Dollar zu.

Der IBM-Jahresumsatz stieg um acht Prozent auf 96,5 Milliarden Dollar. IBM verdiente im laufenden Geschäft im vergangenen Jahr 8,4 Milliarden Dollar oder elf Prozent mehr als 2003. Der Gewinn pro Aktie legte auf 4,94 (4,34) Dollar zu.

Der Jahresumsatz erhöhte sich im nord- und südamerikanischen Markt um vier Prozent auf 40,1 Milliarden Dollar. In der Region EMEA (Europa, Nahost udn Afrika) legte IBM um zehn Prozent auf 32,1 Milliarden Dollar zu, doch gab es unter Ausklammerung von Wechselkursveränderungen dort nur einen Zuwachs von einem Prozent. Im asiatisch-pazischen Raum steigerte IBM den Umsatz um elf Prozent auf 21,5 Milliarden Dollar und im Geschäft mit anderen Computerfirmen um zehn Prozent auf 2,9 Milliarden Dollar.

IBM hatte zum Jahresende zehn Milliarden Dollar liquide Mittel verfügbar. Die Gesellschaft hatte im Gesamtjahr eigene Aktien im Wert von 7,3 Milliarden Dollar zurückgekauft. (dpa/tc)