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IBM eröffnet europäische SAN-Testlabors

03.02.2000

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - IBM will in Zukunft im SAN-Geschäft (Storage Area Networks) kräftig mitmischen. Zu diesem Zweck hat der Konzern aus Armonk zwei Testzentren in Europa eröffnet. Die "European SAN Interoperability Labs" in Mainz sowie im südfranzösischen Montpellier sollen heterogen zusammengesetzte Speicherlandschaften auf ihre Funktionstüchtigkeit hin prüfen. Anwender können in den Labors ihre geplanten SAN-Konfigurationen testen lassen. Außerdem will IBM Modellanlagen mit gängigen Geräten aus der Speicherbranche zusammenstellen und auf ihre Interoperabilität prüfen. Die Aufgabenstellung beider Labors ist verschieden. Während in Mainz vor allem die fehlerfreie Zusammenarbeit der unterschiedlichen Komponenten oberste Priorität besitzt, stehen in Montpellier Belastungstests der SAN-Anlagen im Vordergrund.

Problematisch bleiben Neukonfigurationen nach den Tests. Zwar könnten die Anwender ihre Speichernetze vor dem Einbau neuer Komponenten von vorn bis hinten durchtesten lassen, doch wird sich kaum ein Unternehmen diesen Aufwand an Zeit und Geld leisten können, nur weil ein neuer Adapter oder ein Switch einer anderen Firma eingebaut werden soll. In solchen Fällen sollen die Modellkonfigurationen ein größtmögliches Maß an Sicherheit bieten, erklärt Jens Wissenbach, Mitarbeiter im SAN-Labor Mainz. Außerdem stehe dem Kunden eine ganze Technikercrew zur Seite, sollte dieser eine neue Komponente in sein Speichernetz einsetzen wollen, versucht der Techniker die Bedenken zu zerstreuen.

Auch andere Unternehmen wie zum Beispiel Veritas und EMC setzen auf eigene Testzentren, um ihren Kunden Sicherheit im undurchsichtigen Speicherdschungel zu bieten. Grund der Unsicherheit sind fehlende Standards, die eine reibungslose Funktion heterogener Speichernetze garantieren könnten. Zwar beteuern viele Speichermanager aus der ganzen Branche, dass dieses Problem innerhalb des nächsten Jahres gelöst würde. Insider befürchten jedoch, dass es noch eine ganze Weile länger dauern wird.