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IBM-Chef: "Wir haben das Konzept von On-Demand-Computing schlecht vermittelt"

13.11.2003
Ein Jahr nach der Vorstellung von On-Demand-Computing glaubt IBM-Chef Samuel Palmisano, dass das Konzept nun Realität wird.

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Ein Jahr nach der Vorstellung von On-Demand-Computing glaubt IBM-Chef Samuel Palmisano, dass das Konzept jetzt Realität wird. Unternehmen müssten immer schneller auf Veränderungen am Markt reagieren und deshalb in der Lage sein, Computer-Ressourcen dem Bedarf einfach anpassen und die Business-Prozesse durch vereinheitliche Software automatisieren zu können.

Samuel Palmisano will mit On Demand sieben Milliarden Dollar einsparen.
Samuel Palmisano will mit On Demand sieben Milliarden Dollar einsparen.

IBM hat im Laufe eines Jahres On-Demand-Service-Aufträge in Höhe von sieben Milliarden Dollar gewonnen. Allein den Markt für den Outsourcing-Bereich, wo IBM die Rechenzentrumskomponenten eines Unternehmens übernimmt, schätzt er für 2004 auf 150 Milliarden Dollar. Die Wachstumsraten des "Business Transformation Outsourcing" sollen in den nächsten fünf Jahre zwischen zwölf und 14 Prozent betragen. Im eigenen Haus will der Firmenchef mit On-Demand-Computing im kommenden Jahr Kosten in Höhe von sieben Milliarden Dollar einsparen.

Palmisano räumt aber ein, dass IBM die Idee schlecht vermittelt habe: "Unsere Botschaft war ein wenig verwirrend." Angetrieben durch die Übernahme des Beratungshauses Price Waterhouse Coopers vermittelte IBM nämlich den Eindruck, On-Demand Computing sei in erster Linie ein Outsourcing von Ressourcen um die IT-Leistung aus der Steckdose beziehen zu können.

Jetzt erklärt Big Blue, dass dazu nicht nur ein anderes Busindess-Modell sondern auch neue Technik eingeführt werden muss. Palmisano beschrieb, wie ein Unternehmen aussehen kann, das die Prinzipien von On-Demand Computing umgesetzt hat: Die früher eigenständig agierenden Unternehmensteile wie Customer Relations, Einkauf und Buchhaltung teilen sich nicht nur die gleiche Infrastruktur, sondern verzahnen die Prozesse eng untereinander. Dazu ist es notwendig, dass Lücken und Sprünge, die die Interaktion von Kunden, Partnern und Mitarbeitern behindern, geschlossen werden. IBM will dazu sowohl die notwendige Technik liefern als auch für Kunden eine entsprechende Infrastruktur betreiben.

IBM hat es im Markt mit den Mitbewerbern Hewlett-Packard (HP) und Sun zu tun, die beide ebenfalls ähnliche Konzepte propagieren. HPs "Adaptive Computing" beeinhaltete von Anfang an mit dem "Utility Data Center" eine starke technische Komponente. Außerdem kann die Company bereits auf erste erfolgreich umgesetzte Projekte verweisen. Suns "N-1"-Initiative besteht dagegen bislang nur auf dem Papier. Der Hersteller kauft aber notwendige Integrationsprodukte zu. Fazit: Ganz ohne Technik geht es auch bei On-Demand Computing nicht. (kk)