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IBM bringt größere T-Rexe

07.10.2003

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - IBM kündigt heute an, dass sein eServer zSeries 990 a.k.a. "T-Rex" ab Ende Oktober auch als "Model C" mit 24 Prozessoren sowie als "Model D" mit 32 Wegen zu haben ist. Beim Launch im Mai dieses Jahres war die neue Mainframe-Generation zunächst mit "Model A" (acht Prozessoren) und "Model B" (16 Wege) gestartet. Der z990 ist der bei weitem leistungsstärkste Großrechner, den Big Blue je ausgeliefert hat - die neue 32-Wege-Konfiguration erreicht laut Peter McCaffrey, Director Product Marketing, mehr als 9000 MIPS Leistung. Selbst wenn IBM für 2004 noch leistungsfähigere Systeme in der Pipeline hat - das reicht laut "Computerwire schon heute, um die Ansprüche großer Anwender aus den Bereichen Banken, Versicherungen und Finanzdienstleistungen zu erfüllen, die ihre Mainframe-Anwendungen und möglicherweise auch gleich noch ihre

Wintel- und Unix-Infrastrukturanwendungen auf der zSeries-Plattform konsolidieren wollen.

Der T-Rex arbeitet mit 64-bittigen "G8"-Prozessoren, die mit 1,2 Gigahertz takten und einzeln eine geschätzte Leistung von 465 bis 485 MIPS erreichen - im Vergleich zum Vorgänger "G7 Turbo" mit 770 Megahertz und geschätzten 300 MIPS. Während beim z900 alias "Freeway" bei 16 Prozessoren das Ende der Fahnenstange erreicht war, skaliert die Architektur des z990 bis 64 Wege. Wenn diese Konfiguration verfügbar ist, soll das Betriebssystem z/OS in einem Single Image bis zu 48 CPUs unterstützen, was auf eine Rechenleistung von 13.000 MIPS hinausliefe. Das verdankt der T-Rex indes nicht allein den schnelleren Prozessoren, sondern auch seiner auf 96 GB/s nahezu vervierfachten I/O-Bandbreite sowie dem auf 256 GB vervierfachten maximalen Hauptspeicher.

Model A und B enthalten ein Channel-Subsystem und unterstützen bis zu 15 logische Partitionen. Die neuen Modelle mit 16 und 32 Wegen kommen mit zwei Channel-Subsystemen und lassen sich in bis zu 30 logische z/OS-Partitionen aufteilen. Bezüglich der Systempreise gibt sich IBM üblicherweise bedeckt. Einige Anhaltspunkte ließ der Hersteller aber doch heraus: Ein Model-A08-Basismodell mit einem Prozessor-Package (bis zu zwölf Prozessoren, davon vier für die eigentlich Rechenarbeit) kostet rund eine Million Dollar und damit gut 2000 Dollar pro MIPS. IBM-Quellen zufolge schlägt das neue 32-Wege-Modell mit rund 15 Millionen Dollar zu Buche, was 1600 bis 1700 Dollar pro MIPS entspricht. Ein Mainframe-Prozessor kostet somit rund 450.000 Dollar, wenn er für den Betrieb mit z/OS aktiviert wird

Wer eine T-Rex-CPU unter Linux arbeiten lässt, kommt mit etwa 120.000 Dollar deutlich günstiger weg. Auf einem G8-Prozessor lassen sich mit IBMs Spezialversion des "VM"-Betriebssystems Dutzende, wenn nicht Hunderte (abhängig vom Einsatzzweck) Linux-Instanzen installieren. Gestern gab IBM unter anderem auch bekannt, dass bislang nur an Unix-Servern zu betreibende Fibre-Channel-Storage-Arrays nun auch am z990 laufen. Anwender, die von Unix auf Mainframe-Linux migrieren wollen, können damit ihre Speichersubsysteme weiter nutzen und müssen ihre Daten nicht auf teureres Mainframe-only-Equipment umziehen. Die auf dem Großrechner laufenden Linux-Systeme lassen sich dabei sogar vom Array aus booten.

Daneben gab es von IBM noch weitere flankierende Ankündigungen, um die neuen T-Rexe zu pushen. Seit September läuft beispielsweise eine On-Demand-Promotion. In deren Rahmen erhalten Kunden für jeden aktivierten Basis-G8-Prozessor 20.000 und für jeden G8-Turbo-Prozessor 25.000 Dollar Rabatt, gedeckelt bei maximal 250.000 Dollar (für ein Fünf-Wege-D32-Modell). Dieses Geld können Anwender zur Anschaffung von Websphere-Middleware, DB2 for Mainframe Linux, "Shark"-Storage samt "Remote-Copy"-Software oder "Bladecenter"-Servern verwenden.

Big Blue hat ferner mit dem "Systems Archtitect" (SA) einen neuen Expertentyp definiert, der in Unternehmen im Unterschied zu herkömmlichen Systems Engineers (SEs) und Certified Engineers (CEs) die Anwendungen von Mainframes, Bladeservern, Grid-Technik, Linux und anderen "Infrastructure-Simplification"-Techniken vorantreiben soll. Laut Caffrey sind bei IBM über 1000 Support-Mitarbeiter der zSeries-Plattform zugeordnet, 150 davon haben bereits die neue SA-Zusatzqualifikation erworben. Ferner betreibe Big Blue weltweit mehr als 20 Design Centers, um Kunden bei der Implementierung ihrer Mainframe-Anwendungen zu unterstützen. (tc)