IBM-Betriebsrat kritisiert DAG-Haustarif

22.11.1996

HAMBURG (CW) - Ernst Niemeier, IBM-Betriebsratschef in Hamburg, weist im "Handelsblatt" Argumente der Deutschen Angestellten Gewerkschaft (DAG) zurück, wonach die Metalltarife sehr viel schlechter seien als der Haustarif, den die DAG mit der IBM-Geschäftsleitung abgeschlossen hat.

Niemeier nennt unter anderem folgende Punkte:

-Die von DAG und IBM vereinbarte Arbeitszeitverlängerung von 36 auf 38 Stunden sei ohne Einkommensausgleich erfolgt.

-Das maximale Urlaubsgeld sei von 8750 Mark im Jahr 1993 auf 6500 im Jahre 1994 und im allgemeinen von rund 70 Prozent des Gehalts auf 60 Prozent gesenkt worden.

-Ein Viertel der Beschäftigten solle mit Hilfe des neuen Entgeltrahmentarifvertrags heruntergestuft werden.

-Die Zusage des Arbeitgebers, 1500 neue Mitarbeiter einzustellen, sei eine reine Absichtserklärung, an die er nicht gebunden sei. Es finde auch keine Aufstockung statt, denn nach wie vor werde Personal "mit Hilfe von Abfindungsangeboten und Druck abgebaut".

Im übrigen habe die IBM-Geschäftsleitung selbst erklärt, daß sie bereits 1994, also in dem Jahr, in dem erstmals ein Hausvertrag mit der DAG in Kraft war, zirka 60 Millionen Mark einsparen konnte. Von einem schlechteren Metalltarif könne unter diesen Umständen keine Rede sein.