Lotusphere

IBM baut am Fundament für das Enterprise 2.0

02.02.2011
Von 
Markus Strehlitz beschäftigt sich als freier Journalist mit allen Aspekten rund um das Thema Informationstechnologie sowie weiteren Technikthemen. Er schreibt sowohl für Fachzeitschriften wie Computerwoche und Online-Medien wie zdnet.de als auch für Tageszeitungen oder Wissenschaftsmagazine. Vor seiner Selbständigkeit arbeitete er als Redakteur im Software-Ressort der Computer Zeitung.

Projekt „Northstar“

Bildet Vulcan die technische Basis für IBMs Social-Business-Strategie, gilt das Projekt „Northstar“ als fast noch wichtiger, dient es doch letztlich dazu, Social Business in den Unternehmen voranzubringen, so Gartner-Mann Austin. Project Northstar sei IBMs Roadmap für Softwaresysteme, mit denen Unternehmen die Loyalität ihrer Kunden fördern können. Im Mittelpunkt stehe die Customer Experience Suite, in der verschiedene Werkzeuge für den Aufbau eines Online-Channels zusammengefasst sind. Dazu zählen unter anderem Portal-Software, Web-Content-Management, Instant Messaging und Social Software. Auf der Lotusphere wurden Funktionen der Customer Experience Suite gezeigt - den größten Eindruck hinterließ dabei die Möglichkeit, Inhalte jeder Art relativ einfach per Drag and Drop online zu publizieren.

Um die Verbreitung von Social Computing zu fördern, will IBM außerdem Softwareentwickler darin unterstützen, entsprechende Anwendungen zu programmieren. Dafür bietet Big Blue ein entspechendes Social Business Toolkit, das APIs und Tutorien beinhaltet. So ausgestattet, können Entwickler Elemente wie Wikis, Blogs oder Diskussionsforen in ihre Anwendungen integrieren.

Ein weiterer wichtiger Bestandteil der Lotus-Strategie ist auch, Unternehmen die Möglichkeit zu geben, Social-Business-Lösungen sowohl inhouse zu installieren, als auch als Web-basierende Systeme zu nutzen. In diesem Zusammenhang spielt das Cloud-Angebot Lotus-Live eine wichtige Rolle. Anwender können diese Plattform nun auch nutzen, um Dokumente auszutauschen und gemeinsam zu bearbeiten. So stellt IBM Funktionen seiner Office-Software Symphony als Cloud-Service unter der Bezeichnung Lotus-Live Symphony zur Verfügung. Mitarbeiter können damit sowohl innerhalb des Unternehmens als auch über Firmengrenzen hinweg mit Kollegen und Partnern an Dokumenten arbeiten. Bethann Cregg, Director für Online Collaboration, sieht vor allem in der engen Integration mit Social Software ein Alleinstellungsmerkmal des Angebots. Nutzer hätten zum Beispiel die Möglichkeit, beim Bearbeiten eines Dokuments die Profile anderer Mitarbeiter aufzurufen oder Kommentare in Form von Blogs zu verfassen.

Mit dem Angebot Domino Utility Server for Lotus-Live können Nutzer jetzt zudem die Cloud-Version von Notes um eigene Collaboration-Anwendungen erweitern. Dafür erwerben sie Server-Lizenzen und stellen die eigenentwickelten Applikationen dann auf die Cloud-Plattform.

Schon in den vergangenen Jahren hat IBM die Betrieb seiner Lotus-Produkte mit unterschiedlichen Endgeräten, insbesondere mobilen Plattformen stark vorangetrieben. Jetzt kündigte Rennie weitere Integrationen in diesem Bereich an. Unter anderem gibt es Pläne, die Echtzeit-Collaboration-Plattform Sametime für Blackberry, iPhone, Android und Nokia-Betriebssysteme sowie für die Tablet-Computer iPad und Playbook verfügbar zu machen. Zudem sollen Anwender dieser Endgeräte künftig auch mit einem Activity Stream arbeiten können.

Um sein Engagement für Social Business und einschlägige Software zu unterstreichen, brachte IBM auch Anwenderbeispiele auf die Lotusphere. Vor allem große Unternehmen investieren demnach verstärkt in entsprechende Plattformen. Der Chemiekonzern BASF etwa nutzt IBMs Connections, das Web-2.0-Dokumentensystem Quickr sowie Messaging-Lösungen von Big Blue. „Mithilfe von Social Software können wir Probleme in relativ kurzer Zeit lösen, weil wir den passenden Experten in unseren weltweiten Niederlassungen viel schneller finden“, berichtet CTO Fareed Mohammed. Aufgrund von Compliance- und Sicherheitsanforderungen habe sich sein Unternehmen dafür entschieden, Web-2.0-Lösungen einzusetzen, die speziell auf die Anforderungen in der Geschäftswelt zugeschnitten sind. Frei im Internet verfügbare Werkzeuge seien daher keine Alternative gewesen. Laut Mohammed arbeitet BASF gerade daran, Möglichkeiten zu finden, um den Nutzen der Social-Software-Anwendungen konkret messen zu können. Denn bisher lässt sich der tatsächliche Geschäftsnutzen des Social Business in der Regel nur schwer quantifizieren. (ue)