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HVB-Studie: SAP ist Sieger der Konsolidierung

01.06.2004
Die SAP baute im vergangenen Jahr erneut ihre Führung im Bereich Business-Software aus: Der Marktanteil stieg laut Studie der Hypo-Vereinsbank auf 26 Prozent.

Der SAP AG gelang es im vergangenen Jahr erneut, ihre Führung im Bereich Unternehmenssoftware auszubauen: Einer aktuellen Studie der HypoVereinsbank zufolge weitete der Walldorfer Konzern seinen Marktanteil gegenüber dem Vorjahr um vier Prozentpunkte auf 26 Prozent aus. Zum Vergleich: Konkurrent Oracle konnte seinen Anteil um einen Prozentpunkt auf sieben Prozent steigern, Peoplesoft zog mit Hilfe der Übernahme von J.D.Edwards um zwei Prozent auf ebenfalls sieben Prozent nach.

SAP profitierte von dem sich verschärfenden Ausleseprozess im Markt. Von den 173 Anbietern in diesem Segment, die die HVB im Jahr 2000 zählte, waren Ende 2003 nur noch 83 Firmen und somit weniger als die Hälfte vertreten. "Dabei hat sich die Konsolidierung im vergangenen Jahr weiter beschleunigt", so Knut Wollner, HVB-Analyst und Autor der Studie: "Ende 2002 waren erst 36 Prozent der Anbieter ausgeschieden."

Insbesondere die kleinen, auf Nischen spezialisierten Hersteller wurden Opfer des Shake-outs. Von den im Zuge des Dotcom-Booms groß gewordenen Neueinsteigern konnten sich nur wenige am Markt halten, so etwa der CRM-Anbieter Siebel Systems. Mit dem Aufkauf des viertgrößten Players J.D.Edwards durch Peoplesoft, dem wiederum Oracle nachstellt, legte der Ausleseprozess 2003 noch einen Gang zu, indem er auch die führenden Anbieter der Branche erfasste.

Den Konsolidierungstrend nutzen insbesondere auf den Mittelstand fokussierte Anbieter aus, um durch Zukäufe ihren Marktanteil zu steigern. Dass diese Strategie zumindest kurzfristig aufgeht, beweisen Microsoft (Great Plains, Navision/Daamgard), Agilisys (Brain AG und Infor Business Solutions AG) sowie SSA Global, das durch die Übernahme von Baan zum – nach eigenen Angaben – viertgrößten ERP-Anbieter mit globaler Ausrichtung aufstieg.

SAP hat bislang weitgehend auf Übernahmen verzichtet und stattdessen auf organisches Wachstum gesetzt. Vorstandssprecher Henning Kagermann erklärte vor kurzem, Akquisitionen seien Bestandteil der künftigen Wachstumsstrategie, der Softwarekonzern werde sich dabei jedoch auf den Zukauf kleinerer Unternehmen beschränken.

Auch ohne größere Akquisitionen rechnet HVB-Analyst Wollner, dass SAP seinen Marktanteil im laufenden Jahr auf 29 Prozent steigern kann. Auf lange Sicht räumt er den führenden Anbietern (SAP, Oracle, Peoplesoft) ein Wachstumspotenzial von derzeit 39 Prozent auf 70 bis 80 Prozent des Marktes ein. (mb)