Neue OpenLabs und Partnerinitiative

Huawei investiert in seine Ökosystem-Strategie

Manfred Bremmer beschäftigt sich mit (fast) allem, was in die Bereiche Mobile Computing und Communications hineinfällt. Bevorzugt nimmt er dabei mobile Lösungen, Betriebssysteme, Apps und Endgeräte unter die Lupe und überprüft sie auf ihre Business-Tauglichkeit. Bremmer interessiert sich für Gadgets aller Art und testet diese auch.
Huawei hat auf der Cebit Pläne für die Ausweitung seines Global-OpenLab-Programm zur Schaffung eines offenen Ökosystems bekannt gegeben: Innerhalb von drei Jahren will der chinesische ICT-Riese 200 Millionen Dollar in den Aufbau von 15 neuen OpenLabs investieren. Weitere 350 Millionen Dollar sollen allein 2017 für Incentices und die Schulung von Partnern fließen.

Im laufenden Jahr wird Huawei sieben neue OpenLabs in Städten wie London, Paris, Moskau und Johannesburg aufbauen. Dadurch gibt es insgesamt zwölf OpenLabs, eine Zahl, die Huawei bis Ende 2019 auf 20 erhöhen will. In den nächsten drei Jahren wird Huawei rund 1.000 Arbeitskräfte für das Programm zur Verfügung stellen, was einer Gesamtinvestition von 200 Millionen Dollar gleichkommt.

Huawei-Stand auf der Cebit: Das Thema Ökosystem spielt für Huawei eine große Rolle.
Huawei-Stand auf der Cebit: Das Thema Ökosystem spielt für Huawei eine große Rolle.

Huawei hat bisher OpenLabs in fünf Städten aufgebaut und betrieben, nämlich im chinesischen Suzhou, in München, Mexico City, Singapur und Dubai. Die Ausrichtung der OpenLabs umfasst dabei grundsätzlich die Bereiche Smart City, Finanzwesen, Transport, Energie, Produktion und Medien und hat die Markteinführung von gemeinsamen mit den mehr als 400 Solution Partnern von Huawei entwickelten Lösungen zum Ziel. Beispielsweise hat Huawei mit Accenture zusammengearbeitet, um Smart-City-Lösungen zu entwickeln. Huawei und Altair haben sich zusammengeschlossen, um eine Enterprise-Simulation-Cloud-Lösung zu schaffen, die Kunden aus der Automobilindustrie in der Digitalisierung ihrer F&E-Abteilungen unterstützt. Außerdem hat Huawei mit Partnern wie SAP und Oracle an innovativen IoT-Lösungen für den Stromsektor gearbeitet, die es den Kunden ermöglichen sollen, starke und kostengünstige Stromnetze zu bauen.

Welches Thema in den einzelnen OpenLabs konkret adressiert wird, hängt den Chinesen zufolge von der lokale Stärke der Wirtschaft, den vorhandenen Talenten und den Bedürfnissen in der Region ab. So arbeitet Huawei etwa in München an F&E-Projekten mit deutschen Automobilunternehmen und führt mit ihnen Simulationstests und Forschung zu Connected Cars durch. Zentrales Thema in London sollen laut Ma Yue, Worldwide Vice President von Huawei Enterprise, typischerweise Lösungen für den Finanzsektor sein. "Wir arbeiten mit hervorragenden lokalen Unternehmen zusammen, um ihre Fähigkeiten in die globale Wertschöpfungskette von Huawei zu integrieren und diese Fähigkeiten rund um den Globus zu fördern und dadurch die Wettbewerbsfähigkeit lokaler IKT-Industrien zu verbessern", so Yue.

Finanzelle Zuwendungen verspricht Huawei auch seinen rund 12.000 Partnern weltweit. Nachdem im vergangenen Jahr zwei Drittel des Jahresumsatzes von Partnern erwirtschaftet wurden, will der ICT-Riese diese im laufenden Jahr mit 250 Millionen Dollar Incentives für besonders gute Verkäufe unterstützen, gab Yu bekannt. Weitere 100 Millionen Dollar sollen in Training- und Marketing-Maßnahmen für die Partner fließen.