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HPs Ex-Chef zieht sein Resümee ...

23.11.1999
... und redet über das Web, PCs und Wein

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Der zum Jahresende bei Hewlett-Packard (HP) ausscheidende Chairman Lewis Platt hat in einem Interview mit der CW-Schwesterpublikation "Computerworld" seine letzten sieben Jahre als CEO (Chief Executive Officer) im Unternehmen Revue passieren lassen. Diese bezeichnete er als die Highlights in seiner insgesamt 33jährigen Tätigkeit bei HP. Die Jahre 1994 bis 1996 seien dabei die positivsten gewesen. Der Einbruch kam dann zwischen 1997 und 1998. "Ein paar Dinge passierten zu dieser Zeit. Nummer eins, wir hatten, glaube ich, das Internet verpaßt. Wir erkannten zwar die Bedeutung [...]hatten uns aber nicht als Internet-Firma positioniert und unsere Fähigkeiten schlecht vermarktet," erklärte Platt. Zum anderen machte er die Asienkrise für die großen finanziellen Einbrüche bei HP verantwortlich. Das Unternehmen sei stärker als die Wettbewerber von diesen Märkten abhängig.

Monopolstellungen einzelner Unternehmen - wie einst IBM und jetzt Microsoft - hält Platt künftig für schwierig. Die Industrie sei mehr als jemals zuvor in Einzelbereiche zersplittert und Alternativprodukte kämen heutzutage sehr viel schneller auf den Markt. Daher ist es laut Platt enorm schwierig, den Markt alleine zu beherrschen. Den PC hält Platt noch lange nicht für tot. Es werde zwar andere Möglichkeiten geben, ins Internet zu gehen, "aber es ist absolut idiotisch zu sagen, die PC-Ära ist zu Ende," kommentierte er die jüngsten Aussagen von High-Tech-Managern wie IBM-Chef Louis Gerstner.

Überrascht zeigte sich die Industrie darüber, daß der HP-Veteran nach seinem Ausscheiden aus dem Unternehmen Ende des Jahres den Chefposten beim Weinhändler Kendall-Jackson übernehmen will (CW Infonet berichtete). Dazu meinte Platt: "Ich hatte nicht unbedingt geplant, einen Weinladen zu führen. Es wäre sicher eleganter, wenn ich sagen würde, es war Teil eines großen Plans - das war es nicht. Aber es hat sich angeboten. Ich interessiere mich sehr für Weine und bin ein Sammler."