HPE Discover 2017

HPE setzt verstärkt auf eine Multi-Cloud-Strategie

Bernhard Haluschak ist als Redakteur bei der IDG Business Media GmbH tätig. Der Dipl. Ing. FH der Elektrotechnik / Informationsverarbeitung blickt auf langjährige Erfahrungen im Server-, Storage- und Netzwerk-Umfeld und im Bereich neuer Technologien zurück. Vor seiner Fachredakteurslaufbahn arbeitete er in Entwicklungslabors, in der Qualitätssicherung sowie als Laboringenieur in namhaften Unternehmen.
HPE untermauerte auf der Hausmesse HPE Discover mit neuen Produkten, Kooperationen und Services wie HPE OneSphere oder neuen Pay-per-use-Modellen seine Multi-Cloud Strategie. Das Angebot richtet sich an Unternehmen, die im Zuge von Digitalisierung, IoT oder Industrie 4.0 Multi-Cloud-Umgebungen aufbauen und gleichzeitig ihre Kosten für die lokale Infrastruktur optimieren wollen.
Meg Whitman, CEO von HP Enterprise, zum Fiskaljahr 2017: "Die sequenziellen Margenverbesserungen spiegeln unsere Fortschritte wider, die wir in den vergangenen zwei Jahren gemacht haben, um HPE in ein innovatives Unternehmen zu verwandeln."
Meg Whitman, CEO von HP Enterprise, zum Fiskaljahr 2017: "Die sequenziellen Margenverbesserungen spiegeln unsere Fortschritte wider, die wir in den vergangenen zwei Jahren gemacht haben, um HPE in ein innovatives Unternehmen zu verwandeln."

HPE steht unter Druck, denn der Umsatz ist im Fiskaljahr 2017 gegenüber dem Vorjahr um 4,7 Prozent auf 28,9 Milliarden US-Dollar gesunken und auch der Nettogewinn sank von 3,2 auf 0,4 Milliarden US-Dollar. Dennoch gab sich Meg Whitman, CEO bei HPE, zuversichtlich. Allerdings braucht sich Whitman zukünftig um HPE nicht weiter sorgen, denn nach sechs Jahren an der Spitze von HP / HPE räumt sie zum Februar 2018 den Chef-Sessel für Antonio Neri, derzeit Präsident bei HPE.

Die Vorzeichen für das Unternehmen scheinen nicht schlecht zu stehen, denn gerade im Storage- beziehungsweise Cloud-Bereich konnte HPE mit dem Kauf vonNimble Storageim März 2017 eine deutliche Kehrwende einlegen und dieses Segment wieder auf Wachstumskurs bringen.

Auf der Hausmesse HPE Discover 2017 in Madrid zeigte das Unternehmen mit neuen Produkten und Services, wie es den neuen Herausforderungen der Branche im Hinblick auf Digitalisierung, Cloud oder IoT begegnen will und damit wieder wachsen will.

HPE OneSphere für Private und Public Clouds

Mit der neuen Software-as-a-Service-Lösung (SaaS)HPE OneSpherewill das Unternehmen das Management von Public Cloud, Private Cloud und Software-definierten Infrastrukturen vereinfachen. Die Multi-Cloud-Management-Plattform soll den Umgang mit virtuellen Maschinen, Container- und Bare-Metal-Anwendungen vereinfachen und so den Kunden beim Aufbau von hybriden Umgebungen unterstützen. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um Legacy- oder Cloud-native-Anwendungen handelt, so HPE. In Verbindung mit mandantenfähigen Arbeitsumgebungen sollen sich dadurch auch die Entwicklung und das Deployment von Applikationen vereinfachen beziehungsweise beschleunigen lassen. Ein besonderes Novum von OneSphere ist die Bündelung von Public-Cloud-Ressourcen mit Private Clouds zu einem virtuellenRessourcen-Pool. Das mindert die Komplexität der Infrastrukturen und macht sie flexibler, versprechen die IT-Verantwortlichen. Ein SaaS-Portal dient dabei als Steuerzentrale, über die der Nutzer ortsunabhängig auf seine Anwendungen und Daten zugreifen kann.

HPE OneSphere kann unterschiedliche Clouds zu sogenannten virtuellen Ressourcen-Pools bündeln.
HPE OneSphere kann unterschiedliche Clouds zu sogenannten virtuellen Ressourcen-Pools bündeln.
Foto: HPE
Digital Leader Award

Digital Leader Award

Besonderen Vorteil sieht HPE beiOneSpherein der einheitlichen Nutzererfahrung. So verspricht sich das Unternehmen davon, DevOps-Prozesse bei Kunden zu optimieren und gleichzeitig aussagekräftige Informationen über die gesamte verfügbare IT-Infrastruktur zu liefern. Darüber hinaus soll eine Gesamtsicht auf die Ressourcen eine detaillierte Kostenanalyse der IT-Infrastruktur ermöglichen. Der IT-Verantwortliche könne HPE zufolge mit OneSphere sowohl die Kosten einzelner Clouds, Standorte, Geschäftszweige, Anwendungen oder Nutzer gesondert aufrufen als auch analysieren und gegebenenfalls optimieren. Zusätzlich lassen sich per Selfservice anwenderspezifische Kostenberichte zusammenstellen. HPE plant, den neuen ServiceHPE OneSphereab Januar 2018 zur Verfügung zu stellen.

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Channel meets Cloud, 22. Februar 2018

Systemhäuser müssen Cloud-fähig werden, um ihren Kunden die passenden Lösungen anzubieten. Auf dem Channel meets Cloud-Kongress am 22. Februar 2018 in München zeigen Service Provider, wie das Cloud- und Managed-Service-Geschäft gelingt.
Rechtsseminar zur DSGVO

HPE GreenLake mit Pay-per-use-Modell

MitHPE GreenLakehat HPE ein Portfolio anPay-per-use-Lösungenvorgestellt, das insbesondere IT-Systeme im Data Center adressiert. Es umfasst IT-Services, die auf IT-Infrastrukturen im Rechenzentrum des Anwenders eingesetzt werden können und ein Cloud-basiertes Abrechnungsmodell beinhalten. Zu den Services zählen mitBig Dataein vorkonfiguriertes Hadoop- Data-Lake-System mit Hortonworks- oder Cloudera-Software, mitBackupeine lokale Datensicherungskapazität mit Commvault-Software sowie eineDatabase mit EDB Postgres. Zusätzlich stehen mitHPE GreenLake für SAP HANAeine HPE-Appliance mit SAP-zertifizierter Hardware, Betriebssystem und Services sowie mitHPE GreenLake Edge Computeein Framework für die Umsetzung von IoT-Strategien zur Verfügung.

Jede dieser HPE-GreenLake-Lösungen beinhaltet Dienstleistungen vonHPE Pointnext, maßgeschneiderteReferenzarchitekturen, HPEsPay-per-use-Modell,Fernüberwachung und -verwaltungdurch HPE Pointnext sowie Support-Dienstleistungen inklusive einem Abonnement fürHPE Digital Learner.

Im Rahmen der GreenLake-Vorstellung hat HPE gleichzeitig seine Infrastruktur-VerbrauchsdienstleistungFlex Capacityin das neue Dienstleistungsangebot integriert und um neue Optionen erweitert. Es bietet jetzt neue modulare, vorkonfigurierte Infrastrukturoptionen mit flexibler Kapazitätsplanung für Lastspitzen und Unterstützung für High Performance Computing (HPC), Microsoft Azure Stack und HPE SimpliVity.

HPE schließt Kooperationen

Die Analysten vonIDCprophezeien, dass das Investitionsvolumen imInternet der Dinge(IoT) von 800 Milliarden in 2017 bis auf 1,4 Billionen Dollar in 2021 klettern wird. Im Fokus stehen Branchen aus den Bereichen Fertigung, Transport und Energieversorgung. Unternehmen aus diesen Branchen wollen ihre Industrie-Anlagen vorrangig digitalisieren und mit ihrer IT-Infrastruktur verknüpfen, um langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben und gegebenenfalls neue Geschäftsmodelle zu etablieren, so IDC.

Vor diesem Hintergrund habenABBund HPE auf der Discover 2017 eine strategische Kooperation angekündigt. Die Partnerschaft hat sich zum Ziel gesetzt,ABB-Ability-Anwendungen auf hybride Systeme wieHPE ProLiant for Microsoft Azure Stackzu transformieren. Somit können Anwender selber wählen, ob sie ihre Anwendungen auf HPE-Infrastruktur in Industrie-Anlagen und Rechenzentren oder in der Microsoft Azure Public Cloud laufen lassen wollen.

Darüber hinaus wollen ABB und HPE gemeinsame Rechenzentrums-Automatisierungs-Lösungen sowie ein Secure Edge Data Center entwickeln und bereitstellen. Aus diesem Grund wird HPE im ersten Schritt die hauseigene IT-Infrastruktur-Automatisierungs-SoftwareHPE OneViewund ABB die LösungABB Ability Data Center Automation, die die Gebäude-Infrastruktur von Rechenzentren steuert, miteinander verknüpfen.

Das schlüsselfertigeSecure Edge Datacenterist ein speziell für raue Industrie-Umgebungen konzipiertes Rechenzentrum, das IT-Systeme näher an die Datenquellen und Steuerungssysteme bringt. So können bereits Vorort entsprechende Analyse- und Steuerungs-Prozesse in Echtzeit ablaufen.

Auch mit dem ObjektspeicherspezialistCloudianhat HPE eine Vereinbarung geschlossen, die besagt, das über HPEs DienstleistungsangebotPointnextab sofort dieCloudian HyperStore-Softwareerhältlich ist. Damit erweitert HPE sein IT-Portfolio um eine extrem skalierbare Enterpreise-Storage-Lösung, die auf Standard-Hardware inklusive HPE Apollo- und Proliant-Servern laufen soll.

Die Cloudian Objektspeicher-Software besitzt eine native AWS S3-API und ist prädestiniert für den Einsatz in Lösungen mit hohen Anforderungen an das Speichersystem. Das reicht von Anwendungen zur Datensicherung über digitale Überwachung bis hin zu Storage-as-a-Service oder Anwendungen für künstliche Intelligenz.

Zudem hat HPE im Rahmen der Discover mitKonica Minoltaeine Partnerschaft vereinbart. Damit ist Konica Minolta ab sofort Mitglied desPartner Ready-Programmsfür OEM-Partner von HPE. Ziel dieser strategischen Kooperation ist die Weiterentwicklung der von Konica Minolta entwickeltenWorkplace-Hub-Technologie. Der Workplace Hub ist eine IoT-Lösung, die aus einem Multifunktionssystem wie Drucker oder Scanner, Datenspeicher, HPE-Server, WLAN-Zugriffspunkten und einer Hybrid Cloud besteht. Zudem umfasst dieser Hub zusätzlich IoT-, KI-, Intelligent-Edge- sowie Entscheidungshilfefunktionen, um Geschäftsprozesse besser zu verstehen. Unternehmen sollen damit ihre Entscheidungen besser mittels Daten untermauern sowie ihre Arbeitsumgebungen insgesamt optimieren können.