Web

 

HP will mit Betriebsrat über Entlassungen reden

24.08.2005

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Am 8. September 2005 kommt für die Beschäftigten von Hewlett-Packard Deutschland (HP) die Stunde der Wahrheit: Dann will die Konzernleitung der europäischen Arbeitnehmervertretung die Pläne für die Personalpolitik der kommenden Wochen und Monate mitteilen.

Firmenchef Mark Hurd hatte bereits im Juli 2005 angekündigt, er werde rund 14.500 Mitarbeiter der insgesamt rund 150.000 Mann starken Belegschaft abbauen, um die Konzernabläufe und -strukturen effizienter zu gestalten.

Nach einem Bericht der "Financial Times Deutschland" wird der Konzern den europäischen Betriebsrat, dessen Ländergremien am 8. und 9. September in Brüssel tagen, von den Stellenkürzungen auf dem alten Kontinent unterrichten.

Das Wirtschaftsblatt zitiert HPs Betriebsratsvorsitzenden für Deutschland, Willi Bötticher, mit den Worten, dann werde man die genauen Zahlen für den Personalabbau weltweit erhalten. Unklar sei allerdings, ob auch Angaben zu den Reduzierungen in den einzelnen Landesorganisationen gemacht würden.

Bötticher hofft, dass der Betriebsrat sich mit der Geschäftsleitung auf eine Lösung ohne betriebsbedingte Kündigungen einigen kann. Er wolle sich aber zum momentanen Zeitpunkt nicht an Spekulationen darüber beteiligen, wie viele Mitarbeiter in Deutschland und Europa betroffen sein könnten. Das würde die Belegschaft nur verunsichern. Nach der Entlassungsankündigung von Hurd im Juli 2005 hatte die Gewerkschaft IG Metall die Befürchtung geäußert, hierzulande könnten bis zu 2000 Mitarbeiter betroffen sein. Insgesamt arbeiten rund 9.200 Angestellte bei HP Deutschland.

HP hatte vor einer Woche das Geschäftsergebnis des dritten Quartals (Ende: 31. Juli 2005) bekannt gegeben. Danach musste das Unternehmen lediglich wegen außerordentlicher Belastungen, die dem US-amerikanischen Steuerrecht geschuldet sind, einen Gewinnrückgang hinnehmen. Ansonsten aber schnitten die einzelnen Produktsegmente vergleichsweise positiv ab (siehe: "Hewlett-Packard mit Gewinnrückgang"). (jm)